Sommerträge

Sommerträge

Sommer, geh nicht fort! Dafür widmen wir dieser schönen Jahreszeit ein wenig Poesie. Ein Sommer-Gedicht.

Bild: Livia Thurian
Bild: Livia Thurian

Ich sitze und die abendliche Stille

wird durchtränkt von Vogelgesang.

Der Wind bläst leise und vermag

die Blätter der Zitterpappel wie die einer Zither

zum stillen Rascheln zu verleiten.

Ansonsten herrscht eine Klarheit

und Intensität

die nur dem Sommer zu eigen.

Leise kriecht sie in meine Ohren

von meinen Fingerspitzen über die Arme

in mein Herz.

Ein Flirren, ein Surren, ein Klingen.

Und es gelingt, wenn ich sitze und spreche

mit Menschen,

dass ich so still und präsent werde

wie nie im Winter.

Kein Fragen, nicht innen, noch aussen

kein Suchen, kein Zweifeln, kein Vertauschen.

Nur Hören, Zuhören, Lauschen

und es gelingt, dass der Mensch spricht

und an Orte gelangt,

die er sonst nur selten erlangt.

Ein stilles Weisesein,

das sonst dem weissen Winter zu eigen.

Sommer, geh nicht fort, ich liebe dich so sehr.

Bleib lange, lange, lange. Bitte sehr.

Ich danke dir.

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