zäme redä, zäme läbe: ein vibrierender Abend

zäme redä, zäme läbe: ein vibrierender Abend

Eine Spurgruppe, beauftragt mit der Erarbeitung eines Generationenleitbildes für den Gemeindeverband Hilterfingen, Oberhofen und Heiligenschwendi, lud am 31. März BewohnerInnen dieser Gemeinden zum Mitwirkungsanlass «zäme redä, zäme läbe» ein. Das Resultat: 110 dialogsuchende Menschen entwickelten zahlreiche und konkrete Ideen, wie das Miteinander in diesen Gemeinden noch besser gefördert werden kann.

«Wie viele Menschen werden wohl überhaupt kommen?», fragten sich die OrganisatorInnen der Mitwirkungsveranstaltung «zäme läbe, zäme redä», die am 31. März 2023.

Die Antwort war deutlich: 110 Menschen beteiligten sich an der Mitwirkungsveranstaltung zum neuen Generationenleitbild des Gemeindeverbands Hilterfingen, Oberhofen und Heiligenschwendi. Sie alle wollten mitgestalten und suchten den Dialog. Und was passiert, wenn mehr als hundert dialogsuchende Menschen aufeinandertreffen? Es entsteht ein inspirierender und bereichernder Austausch über alle Generationen hinweg.

110 Menschen diskutieren an 13 Tischen darüber, wie das Miteinander (oder: «zäme läbe, zäme redä») in den Gemeinden Hilterfingen, Oberhofen und Heiligenschwendi gefördert werden kann. – Bild: Victor Keller
Ein vibrierender Abend: Viele Ideen, spannende Begegnungen, neue Zusammenarbeiten. – Bild: Victor Keller

Der Weg zum Generationenleitbild

Eröffnet wird der Abend unter dem Motto «zäme redä, zäme läbe» von Rebekka Strub, Gemeinderätin in Hilterfingen und Präsidentin des Gemeindeverbands und Mitglied der Spurgruppe «Generationenleitbild». Sie erzählt den Anwesenden vom Altersleitbild, das die Gemeinde Hilterfingen 2005 erarbeitet hat. Als neue Gemeinderätin für das Ressort Soziales wurde sie damit beauftragt, dieses doch schon etwas veraltete Dokument zu überarbeiten.

Sie rief dafür eine Spurgruppe ins Leben, die aus VertreterInnen der drei Gemeinden Hilterfingen, Oberhofen und Heiligenschwendi besteht. Die Spurgruppe beschloss, dass anstelle eines Altersleitbildes ein Generationenleitbild erarbeitet werden sollte. Als BeraterInnen wurden Marianne Scheuter (68), Fritz Zurflüh (69) und Elias Rüegsegger (28) von UND Generationentandem beigezogen, um die Spurgruppe und den Erarbeitungsprozess des Generationenleitbilds zu begleiten.

Workshop Generationenleitbild
Die Spurgruppe: Martin Loretz, François Villet, Darleen Pfister, Rebekka Strub, Maria Graf, Thomas Heri, Tina Bollmann und Beat von Känel. – Bild: Victor Keller

Die Vorarbeit

Siebenmal trafen sich die Spurgruppe und die BeraterInnen von UND Generationentandem seit Juni 2022 zu Workshops. Das Ergebnis: Ein erster Entwurf des Generationenleitbilds mit vier konkreten Handlungsfeldern kann den Anwesenden am 31. März 2023 präsentiert werden.

Ergänzend dazu wurden 12 BewohnerInnen des Gemeindeverbands von Marianne Scheuter, Fritz Zurflüh, Elias Rüegsegger und weiteren UND-Mitgliedern interviewt. Das Generationenleitbild soll schließlich eine Synthese aus der Arbeit der Spurgruppe, den 12 Interviews und den gesammelten Ideen aus der Mitwirkungsveranstaltung sein.

Die Interviews wurden auf www.generationentandem.ch veröffentlicht, einige Ausschnitte daraus finden sich hier:

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Handlungsfelder, vorgestellt und diskutiert

Gemeinsam mit UND Generationentandem erarbeitete die Spurgruppe vier Handlungsfelder, die als Teile des Generationenleitbilds den Rahmen für konkrete Projekte setzen sollen. Die Handlungsfelder sind:

  • Information
  • Partizipation (Teilhabe)
  • Generationenmiteinander
  • Generationenwohnen

«Diese Handlungsfelder sind noch nicht in Stein gemeisselt», betont Elias Rüegsegger, «aber es schien der Spurgruppe sinnvoll, einen Rahmen für die Diskussion vorzugeben. Einige Handlungsfelder werden vielleicht nach heute Abend gestrichen, andere kommen dazu.»

Dann beginnen die Tischgespräche, inspiriert von der Methode World Café und moderiert von Mitgliedern der Spurguppe. Darleen Pfister (19), eine der Tischmoderatorinnen, erzählt, wie sie diese Tischgespräche empfunden hat:

Tischgespräche – ein Einblick von Darleen Pfister

Darleen Pfister: Als Tischmoderatorin tauschte ich mich mit drei Gruppen über mein Lieblingsthema Partizipation, das heisst Teilhabe und Mitwirkung, aus. Ich lernte Menschen kennen, die dasselbe Bedürfnis haben: In der Gemeinde wirksam werden und mehr Begegnungen erleben. Aus unseren kurzweiligen Diskussionsrunden entstand ein reich gefülltes Poster mit großartigen Ideen, wie Partizipation in Hilterfingen, Heiligenschwendi und Oberhofen gestärkt werden könnte.

Darleen Pfister fasst die Diskussionen an ihrem Tisch zusammen. – Bild: Victor Keller

Mehr solche Anlässe wie diesen hier!, wünschen sich einige als konkrete Idee. Dieses positive Feedback und der Enthusiasmus der Teilnehmenden haben mich in meinem Engagement für das Generationenleitbild bestärkt und gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Besonders berührt hat mich, als beim Apéro eine Teilnehmerin überglücklich auf mich zukam: Sie habe jemanden gefunden, der ihr im Garten helfe – danach habe sie schon lange gesucht.

«Dieses positive Feedback und der Enthusiasmus der Teilnehmenden haben mich in meinem Engagement für das Generationenleitbild bestärkt und gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.»

Darleen Pfister

Dieser eine Abend war mehr als eine Diskussion über das Generationenleitbild – es war lebendiger Anlass, der die Bevölkerung zusammenbrachte und vernetzte. Ich bin zuversichtlich, dass das Leitbild kein Papiertiger, sondern dank der engagierten BürgerInnen tatsächlich zum Leben erweckt wird.

Blitzlichter aus den Tischgesprächen

In drei Stichworten, oder eben Blitzlichtern, sollen die ModeratorInnen ihre Tischgespräche zusammenfassen – eine Herausforderung, bei den vielen Ideen, die eingebracht wurden.

Ein Thema, das immer wieder aufkommt, ist die Vernetzung. Mehrere ModeratorInnen bringen zum Ausdruck, dass man nicht wisse, wer welche Bedürfnisse, Wünsche oder Angebote hat. Um dieses Problem zu lösen, schlagen einige Anwesende vor, eine Plattform zu schaffen – sowohl digital als auch analog –, auf der BewohnerInnen angeben können, welche Bedürfnisse sie derzeit haben oder für welches Engagement sie bereit sind.

Anwesende kommen zu Wort: Zusammenfassung der Tischgespräche. – Bild: Victor Keller

Weitere konkrete Vorschläge werden eingebracht: das Schaffen von offenen Gemeindezentren, generationenverbindende Spielplätze, weitere Mitwirkungsveranstaltungen.

Blitzlichter: Elias Rüegsegger und Fritz Zurflüh sammeln die Ideen aus den Gruppen. – Bild: Victor Keller

Und jetzt?

«Ich bin euphorisch», sagt Rebekka Strub kurz vor dem Ende der Mitwirkungsveranstaltung. Sie betont, dass es nun darum gehen müsse, die gesammelten Ideen in die Erarbeitung des Generationenleitbilds einfliessen zu lassen, und zwar so, dass die Inhalte tatsächlich umsetzbar sind. Andernfalls sei es einfach ein weiteres Dokument, das in einer Schublade im Gemeindehaus verstaubt. Diese Umsetzbarkeit bereite ihr Sorgen, gibt sie zu.

«Das wird nicht die letzte Mitwirkungsveranstaltung gewesen sein.»

Rebekka Strub

Sie schliesst die Veranstaltung mit den folgenden Worten ab: «Dass heute Abend so viele Menschen so engagiert mitgedacht haben und auch zukünftig bereit sind, mitzudenken, zeigt mir, wie wichtig es ist, einfach weiterzumachen.»

Sie kündigt auch an: «Das wird nicht die letzte Mitwirkungsveranstaltung gewesen sein.»

Rebekka Strub ist begeistert und berührt von dem grossen Engagement im Raum. – Bild: Victor Keller
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