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	<title>Im Gespräch Archives - UND Generationentandem</title>
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	<description>Brücken zwischen Generationen und zwischen verschiedenen Lebenswelten bauen</description>
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	<title>Im Gespräch Archives - UND Generationentandem</title>
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		<title>Im Gespräch dank Social Media?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[UND Generationentandem]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Apr 2023 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Generationenfragen]]></category>
		<category><![CDATA[Im Gespräch]]></category>
		<category><![CDATA[Soziales]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Weltweit nutzen über 3 Milliarden Menschen die sozialen Medien. Laut einer deutschen Studie gehen wir täglich mehr als 80mal (alle 18 Minuten!) «ins Netz», um zu «chatten» oder zu «surfen». Soziale Medien sollten also ideale Werkzeuge sein, um im Gespräch zu bleiben. Ist das so? Zwei Teammitglieder machen sich Gedanken dazu. </p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-und-medium"><img decoding="async" src="https://test.generationentandem.ch/wp-content/uploads/2023/04/1-Miteinander-im-Gespraech-bleiben-800x681.jpg" alt="" class="wp-image-73772"/><figcaption><strong>Immer am Handy: </strong>Nicht nur bei den jüngeren Generationen verbreitet. – Bild: Pixabay</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Robin: </em></strong>Die digitale Revolution hat die Art und Weise, wie Menschen miteinander kommunizieren, grundlegend verändert. Die Verwendung von sozialen Medien, E-Mails und anderen digitalen Kommunikationsformen hat dazu beigetragen, dass die Menschen schneller und einfacher miteinander kommunizieren können als je zuvor. Aber wie hat die<br />digitale Kommunikation die Gesprächskultur beeinflusst? Es hat sowohl Vor- wie auch Nachteile:</p>



<h4 class="subheader wp-block-heading">Oberflächlich und wenig respektvoll?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Einer der Hauptkritikpunkte an der Gesprächskultur in der digitalen Welt ist, dass die Kommunikation oberflächlich und unverbindlich sei. Die Menschen nehmen sich häufig nicht die Zeit, um ihre Gedanken und Meinungen gründlich auszudrücken oder zu diskutieren, sondern konzentrieren sich eher auf kurze, knappe Aussagen. Dies kann dazu führen, dass die Kommunikation weniger tiefgreifend und weniger produktiv ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Faktor, der die Gesprächskultur in der digitalen Welt beeinträchtigen kann, ist die Anonymität, die durch die Verwendung von Benutzernamen und Avatar-Bildern möglich ist. Wenn Menschen nicht direkt miteinander konfrontiert sind, kann dies dazu führen, dass die Kommunikation härter und weniger respektvoll und kooperativ ist.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>«Wenn Menschen auf falsche oder verzerrte Informationen regaieren, kann die Kommunikation unproduktiv und polarisierend werden.»</p><cite>Robin Glauser</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Ein ebenso wichtiger Aspekt bei der Betrachtung der Gesprächskultur in der digitalen Welt ist die Verbreitung von Fake-News und Desinformationen. In den sozialen Medien ist es oft schwierig, zwischen wahren und falschen Nachrichten zu unterscheiden. Wenn Menschen auf falsche oder verzerrte Informationen reagieren, kann die Kommunikation unproduktiv und polarisierend werden.</p>



<h4 class="subheader wp-block-heading">Immer, überall und besser informiert?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz der möglichen negativen Auswirkungen gibt es auch viele Vorteile, die die sozialen Medien für die Gesprächskultur bieten. Einer der grössten Vorteile ist, dass die sozialen Medien es Menschen ermöglichen, auf der ganzen Welt miteinander zu kommunizieren und sich auszutauschen. Durch die Verwendung von Online-Plattformen können Menschen unabhängig von ihrem Standort oder ihrer Tageszeit miteinander kommunizieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Vorteil ist, dass die sozialen Medien es Menschen erleichtern, sich mit anderen zu vernetzen, die ähnliche Interessen oder Meinungen teilen. Durch diesen Austausch unter Gleichgesinnten fühlen Menschen sich weniger allein und isoliert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ausserdem bieten die sozialen Medien die Möglichkeit, schnell und einfach Informationen und Neuigkeiten zu teilen und zu verbreiten. Dies kann dazu beitragen, dass Menschen besser informiert sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schliesslich ist zu betonen, dass die sozialen Medien eine wichtige Rolle bei der Förderung der Meinungsfreiheit und der politischen Teilhabe spielen können. Sie bieten Menschen die Möglichkeit, ihre Meinungen und Ansichten öffentlich zu äussern und sich an politischen Diskussionen und Debatten zu beteiligen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-und-medium"><img decoding="async" src="https://test.generationentandem.ch/wp-content/uploads/2023/04/3-Stetes-Belohnungssystem-im-Blick-800x585.jpg" alt="" class="wp-image-73775"/><figcaption><strong>Ständig informiert sein, </strong>kann auch negative Auswirkungen haben.<strong><em> </em></strong>– Bild: Pixabay</figcaption></figure></div>



<h4 class="subheader wp-block-heading">Informationen kritisch prüfen!</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ein wichtiges Problem, das die Gesprächskultur in der digitalen Welt beeinflusst, ist das Vertrauen. Im Vergleich zur traditionellen Kommunikation, bei der man sich persönlich trifft, ist es im digitalen Raum schwieriger, Vertrauen in die Identität und die Absichten des GesprächspartnerIn aufzubauen. Dies kann dazu führen, dass Menschen skeptischer und vorsichtiger miteinander kommunizieren und dass sie weniger bereit sind, persönliche Informationen oder Meinungen zu teilen. Auch der zunehmende Einsatz von künstlichen Sprachintelligenzen (KI), insbesondere von sogenannten Chatbots und Socialbots, könnte für die digitale Gesprächskultur problematisch werden.&nbsp; Diese Programme sind in der Lage, als «Fake-Account» selbstständig Texte zu generieren, bei denen es schwierig sein kann, sie von Texten echter Personen zu unterscheiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Derartige Probleme machen deutlich, wie wichtig es ist, Nachrichten und Informationen aus den sozialen Medien kritisch zu prüfen, bevor wir sie teilen oder auf sie reagieren. Das Vertrauen in die digitale Kommunikation wird gefördert, wenn Menschen ihre Identität verifizieren und nachvollziehbar machen, zum Beispiel durch Authentifizierungsverfahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abschliessend ist festzuhalten, dass die sozialen Medien sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die Gesprächskultur haben können. Es ist wichtig, die Vor- und Nachteile abzuwägen und sich bewusst zu machen, wie man sie am besten nutzen kann, um eine positive und produktive Kommunikation zu fördern.</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Helmut:</em></strong> Die sogenannten «sozialen Medien» bieten zahllose Möglichkeiten zum Austausch mit anderen Menschen und zweifelsohne hat das Folgen für die zwischenmenschliche Kommunikation. Ein wichtiger Effekt ist, dass die sozialen Dienste es erleichtern, Geschwindigkeit und Häufigkeit von Gesprächen zu erhöhen. Dadurch fühlt man sich den Freunden näher oder man hat das Gefühl, mehr Freunde zu haben. Die einfache Kommunikation in Gruppen, zum Beispiel mittels WhatsApp, steigert die soziale Resonanz. Diese Vorteile der sozialen Netzwerke gehen jedoch mit Nachteilen einher. Die Vielzahl an Nachrichten und Möglichkeiten zum Austausch kann schlicht zu viel werden, mit dem Ergebnis, dass Fokussierung und Tiefe verloren gehen und es zur häppchenweisen Kommunikation kommt. Zudem haben Studien gezeigt, dass die Leichtigkeit, sich «online» zu treffen, dazu verleiten kann, die Häufigkeit physischer Treffen zu reduzieren. Es ist halt einfacher, online mit jemandem zu reden, statt an einem kalten Wintertag aus dem Haus zu gehen, um jemanden physisch zu treffen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>«Unsoziales Verhalten auf den online-Medien wird auch durch die Möglichkeit zur Anonymität gefördert.»</p><cite>Helmut Segner</cite></blockquote>



<h4 class="subheader wp-block-heading">Frei dank Social Media?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Soziale Netzwerke bieten die Möglichkeit zur freien Kommunikation, was gerade in repressiven Gesellschaften wichtig ist. Ein aktuelles Beispiel bietet der Iran, wo die sozialen Netzwerke eine wichtige Rolle spielen bei der Organisation von Protesten gegen das Regime. Andererseits werden soziale Medien genutzt, um Hass oder «Fake-News» zu verbreiten oder für Mobbing. Derartig unsoziales Verhalten auf den online-Medien wird auch durch die Möglichkeit zur Anonymität gefördert.&nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Soziale Medien haben Nachteile im Hinblick auf die non-verbalen Anteile der Kommunikation. Der Mensch ist von seiner Evolution her ein soziales Tier, weshalb er sich im zwischenmenschlichen Gespräch nur zu einem kleinen Teil auf das gesprochene Wort verlässt, er reagiert stark auf non-verbale Signale wie Gestik oder Körperhaltung. Aber genau diese Gesprächsanteile sind in der «online»-Kommunikation nur bedingt vermittelbar.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-und-medium"><img decoding="async" src="https://test.generationentandem.ch/wp-content/uploads/2023/04/2-Zeitungsleser-800x533.jpg" alt="" class="wp-image-73774"/><figcaption><strong>Nicht nur online:</strong> Echter Kontakt trägt zum Wohlbefinden bei. – Bild: Pixabay</figcaption></figure></div>



<h4 class="subheader wp-block-heading">Glücklich dank Social Media?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Soziale Medien beeinflussen auch die Art und Weise, wie wir miteinander im Gespräch sind. Wenn wir eine Nachricht in unserem sozialen Netzwerk erhalten, wirkt das im Gehirn als Aufmerksamkeitszuwendung, was positive Gefühle und die&nbsp; Ausschüttung von Dopamin auslöst. Im Ergebnis führt das dazu, dass man, selbst wenn man im Gespräch mit anderen ist, immer wieder versucht ist, beiläufig auf das Handy zu schauen, ob vielleicht&nbsp; eine neue Nachricht eingetroffen ist. Wir zerstückeln unsere Aufmerksamkeit und die Zuwendung zum Gesprächspartner leidet. Zwischenmenschliche Kommunikation braucht Blickkontakt und ungeteilte Aufmerksamkeit, aber genau das kann durch das Dazwischendrängen der «online»-Welt verloren gehen. Auch kleine Alltagsgespräche werden durch unsere Faszination für die online-Medien weniger. Nun mag man das für verschmerzbar halten, aber wie Bob Waldinger, der Leiter der langjährigen Glücksstudie der Harvard University, in seinem gerade erschienenen Buch «The good life» aufzeigt, tragen diese kleinen Alltagsgespräche signifikant zu unserem Wohlbefinden bei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schliesslich gefährdet die ständige Aktivität auf den sozialen Medien unsere Fähigkeit zum Nichtstun &#8211;&nbsp; oder etwas altmodisch ausgedrückt: zur «Musse». Ist es nicht schön, beim Zugfahren einfach mal nichts zu tun und aus dem Fenster zu schauen? Nichtstun ist wesentlich für Erholung und Resilienz. Es braucht Zeit, in der nichts passiert und unsere Fokussiersysteme ausgeschaltet sind. Aber es ist schwierig, diese Zeit zu finden, wenn gleichzeitig das Belohnungssystem im Gehirn uns dazu verleitet, doch wieder zu chatten oder zu surfen.</p>



<h4 class="subheader wp-block-heading">Lieber Zeit für Gespräche</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Mein persönliches Fazit zur Frage des Einflusses der sozialen Netzwerke auf unsere Fähigkeit, miteinander im Gespräch zu bleiben, ist etwas gespalten. Einerseits sehe ich das Potenzial der sozialen Medien, zwischenmenschliche Kommunikation zu erleichtern und zu unterstützen. Andererseits aber sehe ich Risiken für das zwischenmenschliche Gespräch und das soziale Miteinander. Roger McNamee, einer der frühen Investoren in Facebook und ein zeitweiliger Berater von Mark Zuckerberg, formuliert es so. «Die sozialen Medien haben der Welt ihre asozialen Werte aufgezwungen».</p>
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		<title>Im Fernseh-Gespräch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[UND Generationentandem]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Apr 2023 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Im Gespräch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ob Sex im Alter oder Erdbeben im Nahen Osten: Dienstag für Dienstag diskutieren in der SRF-Sendung «Club» ExpertInnen, PolitikerInnen, Persönlichkeiten und Betroffene über das, was die Menschen bewegt. Eine Woche zu Besuch bei Barbara Lüthi auf der Redaktion.</p>
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<figure class="wp-block-image size-und-medium"><img decoding="async" src="https://test.generationentandem.ch/wp-content/uploads/2023/04/960-800x450.png" alt="" class="wp-image-74339"/><figcaption><strong>Dabei bei SRF Club:</strong> Was läuft hinter den Kulissen? – Bild: Screenshot</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Donnerstagmorgen, 9 Uhr, irgendwo im verwinkelten Labyrinth des Fernsehstudios Leutschenbach. Eine Handvoll passionierter JournalistInnen sitzt zusammen und beginnt den Tag wie üblich mit einer Redaktionssitzung. Am Whiteboard des etwa wohnzimmergrossen Büros schreibt Barbara Lüthi (49) mit blauem Marker einige Namen nieder. Barbara Lüthi ist seit ihrer Rückkehr als SRF-Südostasien-Korrespondentin vor fünf Jahren Redaktionsleiterin des «Club».&nbsp;</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>«Journalismus ist mehr als nur ein Beruf. Es ist eine Haltung!»</p><cite>Barbara Lüthi</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Die nächste Sendung dreht sich um die Frage «Ist Erben gerecht?», das hat die Redaktion schon festgelegt. «Wir überlegen uns immer zuerst die Themenblöcke, welche wir in einer Sendung angehen wollen. Anschliessend suchen wir die geeigneten Gäste aus», erklärt Lüthi. Die RedaktorInnen bringen nun Ideen für Gesprächsgäste in die Runde ein: ErbrechtsexpertInnen, PolitikerInnen, FamilienerbInnen und viele mehr. Lüthi ordnet die verschiedenen Positionen an der Wandtafel: «Das ist wie ein Tetris-Spiel. Wer ergänzt wen? Wer widerspricht wem?»</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-full is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://test.generationentandem.ch/wp-content/uploads/2023/04/Barbara-Luethi.jpg" alt="" class="wp-image-73757" width="420" height="626"/><figcaption><strong>Mehr als nur ein bisschen diskutieren:</strong> Barbara Lüthis Arbeit als Moderatorin ist aufwändig. – Bild: Privat</figcaption></figure></div>



<h4 class="subheader wp-block-heading">Eine Frage der Haltung</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einer knappen halben Stunde machen sich die JournalistInnen ans Werk. Sie schreiben Gästeanfragen und führen Vorgespräche um mögliche DiskussionsteilnehmerInnen besser kennenzulernen: Welche Argumente bringen sie? Worauf reagieren sie empfindlich? Wie sprechen sie? Die «Club»-RedaktorInnen schreiben alles detailliert nieder. Diese Protokolle dienen in den nächsten Tagen der weiteren Vorbereitung. Immer wieder trifft sich die Redaktion und tauscht sich aus. «Wir sprechen wirklich sehr viel miteinander, denn Talk ist Teamwork», so Barbara Lüthi. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-und-medium"><img decoding="async" src="https://test.generationentandem.ch/wp-content/uploads/2023/04/thisisengineering-raeng-nU9n0DioLLc-unsplash-800x534.jpg" alt="" class="wp-image-74334"/><figcaption><strong>Vor und hinter den Kulissen: </strong>Wahnsinnig viel Arbeit steckt in einer solchen Fernsehsendung. – Bild: unsplash</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am Freitag vor Feierabend steht schliesslich die Gesprächsrunde mit sechs Teilnehmenden in groben Zügen fest. «Es steckt wahnsinnig viel Arbeit in einer solchen Sendung, aber das merkt man nicht.» Barbara Lüthi kämpft oft gegen das Vorurteil, dass «ein bisschen mit Menschen diskutieren» doch kein Vollzeitjob sei. «Aber wir sind eine Rechercheredaktion und haben den Ehrgeiz, ein Thema wirklich zu verstehen, es aufzubereiten und für das Publikum herunterzubrechen.» Das braucht Zeit, Journalismus ist für Lüthi deshalb mehr als ein Beruf: «Es ist eine Haltung!». Zusammen mit ihrem Team durchforstet sie in den nächsten Tagen zahlreiche Videos, Interviews, Zeitungsartikel und Bücher von Gesprächsgästen mit dem Ziel, das Thema «Erben» in all seinen Facetten zu verstehen.</p>



<h4 class="subheader wp-block-heading">Gut vorbereitet in die Prüfung</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Aus den gewonnenen Informationen erstellt Barbara Lüthi das Herzstück der Sendung: das Skript. Etwa 17 Seiten mit Fragen an die Gäste und Recherchematerial hat sie schliesslich vollgeschrieben: «Das Skript ist für mich wie die Zusammenfassung vor einer Prüfung.» Und dann ist er da: der Prüfungstermin. Am Dienstagmorgen, 9 Uhr, trifft sich die Regisseurin der Sendung mit Barbara Lüthi und ihrer Produzentin. Sie gehen den Ablauf der Sendung gemeinsam durch. Ausnahmsweise zeichnet das Team den «Club» nicht am Vorabend auf – sondern bereits mittags. Es folgt die technische Probe, um die rund ein Dutzend KabelträgerInnen, Kameraleute und weiteren TechnikerInnen – alles Vollprofis – zu instruieren. Schliesslich nehmen die Gäste im Studio Platz und es wird mucksmäuschenstill in der Regie.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>«Das Gesprächsgästesuche ist wie ein Tetris-Spiel. wer ergänzt wen? Wer widerspricht wem?»</p><cite>Barbara Lüthi</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Alle lauschen gebannt Barbara Lüthis Anmoderation. Nervös sei sie dabei nie, eher voll Adrenalin. Die 75 Sendeminuten vergehen schnell – und überhaupt nicht nach dem Programm im Skript: «Weil ich mir alles aufgeschrieben hatte, wusste ich trotzdem, welche Fragen und Themen wichtig sind.» Lüthi ist zufrieden. Es wartet für die Gäste ein Apéro und ein Rotwein als Geschenk. Und am Nachmittag stürzt sich das «Club»-Team bereits ins neue Thema für die nächste Woche</p>
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		<title>Verstehen wir einander?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[UND Generationentandem]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Apr 2023 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Im Gespräch]]></category>
		<category><![CDATA[Soziales]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zu dieser ernsten Frage haben sich vier Teammitglieder deutlich unterschiedlichen Alters zusammengesetzt. Zuerst testeten sie einander mit ihren spezifischen Ausdrucksweisen; dann versuchten sie ihr eigenes Sprachverhalten zu klären.</p>
<p>The post <a href="https://www.generationentandem.ch/verstehen-wir-einander/">Verstehen wir einander?</a> appeared first on <a href="https://www.generationentandem.ch">UND Generationentandem</a>.</p>
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<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-und-medium"><img decoding="async" src="https://test.generationentandem.ch/wp-content/uploads/2023/04/alexis-brown-omeaHbEFlN4-unsplash-800x533.jpg" alt="" class="wp-image-73842"/><figcaption><strong>Wie sehr sich unsere Sprache weiterentwickelt hat, </strong>zeigt sich im Gespräch zwischen Jung und Alt.<strong> </strong>– Bild: Unsplash</figcaption></figure></div>



<h4 class="has-text-align-left subheader wp-block-heading">So rede ich</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Zunächst fordern wir euch auf, liebe LeserInnen, euch selber mit eurer Alltagssprache zu befragen:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Wie bejahst du eine Frage – ausser mit «ja»?</li><li>Wie (mit welchen Adjektiven) zeigst du an, dass du etwas gut/schön findest?</li><li>Was stellst du einem Ausdruck voran, um ihn zu verstärken (statt mit «sehr/gross»)?</li><li>Wie bezeichnest du deine Eltern?</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Einige Beispiele aus den beiden Altersgruppen legen wir anbei vor.</p>



<p class="has-background wp-block-paragraph" style="background-color:#dedede"><strong>Wie bejahst du eine Frage – ausser mit «ja»?</strong><br />Statt <strong>«ja»</strong> sagen Ältere: däich (wohl) = ländlich, behäbig / (mo)mou / jiuu = salopp / sicher<br />Jüngere: easy = allgemein gängig / fix / save / vou<br /><br /><strong>Wie (mit welchen Adjektiven) zeigst du an, dass du etwas gut/schön findest?</strong><br /><strong>«schön/gut»</strong> bei Älteren: tschent = veraltet/regional / toll / tiptop / suber.<br />Bei Jüngeren: cool = heute allgemein / geil = nur bei Älteren noch im Wortsinn / mega.<br /><br /><strong>Was stellst du einem Ausdruck voran um ihn zu verstärken (statt mit sehr/gross)?</strong><br /><strong>Verstärkend</strong> brauchen Ältere: schampar = von Jüngeren höchstens ironisch / wahn-/irrsinnig, verruckt.<br /><br /><strong>Wie ich meine Eltern anrede – oder über sie rede –, das hat sich interessant gewandelt: </strong><br />vom Mueter/Vatter unserer Vorfahren über Mueti/Vati (für Heinz normal), vom oberländischen Vättu oder (ärgerlich) Müete zu Mama/Papa, Mammi/Papi, später Ma/Pa, neben Mère/Père, was alle Generationen kennen, aber keinesfalls als Anrede verwenden – und zum modernen Brauch, seine Eltern mit den Vornamen anzureden.</p>



<h4 class="subheader wp-block-heading">So tönen Junge, so Alte</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wir haben uns herausgefordert, indem wir einander Wendungen vorgestellt haben, die die andere Generation nicht verstehen sollte – und oft auch nicht gekannt hat. Hier eine Liste davon, an welcher du dich ebenfalls versuchen kannst. Was bedeuten:</p>



<p class="has-background wp-block-paragraph" style="background-color:#dedede"><strong>Tobias:</strong> flex(en) / (tutti) fruity / e Caron / cringe (das als Jugendwort 2021 bestimmt wurde)?<br /><strong>Lina: </strong>Was gäbe-mer hüt? / Was zieht dir? / fätzig / moshe, oder: poge (Verben)<br /><strong>Annemarie</strong>: kurlig / heimlifeiss / e Bodesuri / gänggele.<br /><strong>Heinz:</strong> steisse / sech rode / schitter / (k)e Muggs mache / öpperen versuumm</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erklärungen dieser Ausdrücke findet ihr unten. </p>



<h4 class="subheader wp-block-heading">Was haben wir vier im Gespräch herausgefunden?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wollen wir verstanden werden? Das ist nicht immer sicher. Tobias sagt von sich, er rede so, wie er eben rede, er könne nicht anders – zum Beispiel mit den 30 Prozent Englisch, die er unter andrem vom Gamen mitbringt. Aber er komme damit durch.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>«Ich möchte ja verstanden werden, möchte vielleicht auch mal beeindrucken oder möchte Distanz schaffen.»</p><cite>Annemarie Voss</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Lina weiss auch, dass sie etwa mit Anglizismen ihre Aussagen verschleiern kann – gegenüber Älteren; doch meistens passt sie sich denen an, verzichtet auf Extremes. Sie sagt «mega geil» unter Gleichaltrigen, aber sicher nicht zu ihrer Grossmutter, die sich entsetzen würde. Zudem ist sie vorsichtig: Es kann ja sein, dass jemand Älteres ihre «junge» Sprache versteht, wenn sie das just nicht will.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Älteren nun finden weniger, dass sie sich bewusst von Jungen absetzen möchten. Eher pflegen sie einen Stil, der ihnen gefällt, in dem sie gelegentlich wohl übertreiben, wenn sie Wendungen ihrer Vorfahren weiterleben lassen. Annemarie gibt zu, dass ein besonders mysteriöses Wort («e Gschmauer») eigentlich ihrem Vater gehörte. Heinz hat gleichfalls das Gefühl, er imitiere zunehmend den Emmentaler Dialekt seines Vaters. Ein gewisses Vergnügen spielt schon mit, wenn man junge Leute über alte Ausdrücke rätseln lässt. Lina aber begreift, dass Menschen mit einem ausgeprägten Dialekt – wie aus dem Wallis – fürchten, ihre Sprache gehe verloren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Annemarie sagt, sie passe ihre Sprache oft ihrem Gegenüber an. «Ich möchte ja verstanden werden, möchte vielleicht auch mal beeindrucken oder möchte Distanz schaffen.»</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>«Eine eindeutige  Jugensprache gibts nicht. Vielemehr hängt sie jeweills von dem Umfeld, von den Milieus ab.»</p><cite>Lina Weber</cite></blockquote>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-und-medium"><img decoding="async" src="https://test.generationentandem.ch/wp-content/uploads/2023/04/priscilla-du-preez-nF8xhLMmg0c-unsplash-800x533.jpg" alt="" class="wp-image-73847"/><figcaption>Nicht alle Jungen sprechen gleich: Eine eindeutige Jugendsprache gibt es gar nicht. – Bild: unsplash</figcaption></figure></div>



<h4 class="subheader wp-block-heading">Zu viele Stereotypen?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Junge kämen oft nicht mit Ironie zurande, fühlten sich gar beleidigt, nähmen Aussagen zu persönlich, meint Annemarie. Doch dies gilt andersherum ebenso: Tobias verweist auf die Emojis als etwas, was Ältere mitzumachen suchen; sie brauchen sie dann übermässig – ohne die Doppelbedeutungen zu kennen, welche Junge ihnen längst beigelegt haben. Peinlich (cringe!), wenn jemand nicht weiss, was Aubergine, Pfirsich, Wassertropf oder Broccoli heissen. Ein Grund für die Verwendung solcher umgedeuteten Bildchen liegt übrigens darin, dass Soziale Medien (YouTube, TikTok) offenherzige Aussagen oft zensurieren. Junge setzen in ihren Texten viel Ironie ein, sagt Tobias. Und unterbreiten sie den Älteren etwas, was sie witzig finden, geben diese oft zurück: «Das finde ich gar nicht lustig». Traut man der anderen Generation die Ironie gar nicht zu?</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>«Ein gewisses Vergnügen spielt schon mit wenn man junge Leute über alte Ausdrücke rätseln lässt.»</p><cite>Heinz Gfeller</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Wir passen unsere persönliche Sprache lebenslang an Neues an. So hat Annemarie aus ihrer Zeit in Deutschland allerhand Wendungen importiert. Oder eben: Alte geben sich gern jung, sagen «cool» und «mega».</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine eindeutige Jugendsprache gibt’s nicht. Vielmehr hängt sie jeweils von dem Umfeld, von den Milieus ab, in denen sich jemand bewegt. Tobias nennt da für sich die technische Welt, die Computer-Freaks. Er weiss, dass er sich in einer anderen Welt aufhält als Lina. Was uns als Jugendsprache manchmal vorgeführt wird, trifft nur bedingt zu. So heisst das Jugendwort 2022 offenbar «smash» – und niemand brauche das, findet Tobias. Überhaupt, so Lina, solle man nicht verallgemeinern. Dass viele englische Ausdrücke einfliessen, gilt zwar für alle Milieus. Aber sonst teilt sich die (nicht nur junge) Gesellschaft stark in Gruppen auf: Eine «politische Jugend» ist nur eine Gruppe, die umweltbewussten «Greta»-Leute eine andere… Kleine sprachliche «Moden» entstehen oft in engem Kontakt zwischen Einzelnen. (Heinz erinnert sich, dass er mit Jugendfreunden ständig etwas «chartern» wollte.) Menschen leben in Blasen – soll man «Plattere» sagen, fragt der Alte; meine «Bubble» sagen die Jungen.</p>



<h4 class="subheader wp-block-heading">Und die Begrüssungen…</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gespräch sind wir auf andere Bräuche gestossen, die sich verändern: so die Grussrituale zwischen zwei Menschen. Der alte Handschlag hat gelitten, wird von Jungen gar gemieden. Allerdings gibt’s bei ihnen – nach Gruppen gesondert – neue Hand-Rituale. Die zwei, neuer drei Wangenküsse, die Ältere mal eingeführt hatten, verschwinden anscheinend. Und der Kuss auf den Mund, der plötzlich «in» war? Corona ist halt vorbeigekommen. Jetzt dominiert wohl der Vollkontakt, die – mehr oder weniger heftige – Umarmung. Wie viel Körper, wie viel Aug’ in Auge darf es sein?</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="has-background wp-block-paragraph" style="background-color:#dedede"><strong>Erklärungen: </strong><br /><br /><strong>Tobias:</strong> angeben / leicht queer / ein blöder Bünzli / zum Fremdschämen, Schaudern.<br /><strong>Lina:</strong> Was machen wir? / Worauf hast du Lust? / toll («es fägt») / sich zu Musik anrempeln (fast therapeutisch!).<br /><strong>Annemarie:</strong> seltsam / heimlich, verschlagen / ein Kleingewachsener / Unnützes kaufen, «shoppen».<br /><strong>Heinz:</strong> angestrengt marschieren / sich bewegen, sich rühren / schäbig / (keinen) Laut geben, still halten / jemanden aufhalten, ihm die Zeit stehlen.</p>
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		<title>Wir müssen reden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[UND Generationentandem]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Apr 2023 09:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Im Gespräch]]></category>
		<category><![CDATA[Soziales]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Entwickeln sich Gräben in unserer Gesellschaft? Erleben wir eine Polarisierung von Meinungen? Ja, diese Tendenzen gibt es. Doch es gibt auch Projekte, die dieses Problem angehen wollen: «Lasst uns Reden» von ProFuturis ist eines dieser Projekte.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-und-medium"><img decoding="async" src="https://test.generationentandem.ch/wp-content/uploads/2023/04/cpHZv2WmTZeEQsgh5i9R_220827_Lasstunsreden_502_web-800x534.jpg" alt="" class="wp-image-73963"/><figcaption><strong>Miteinander reden, einander zuhören: </strong>Das braucht es für eine konstruktive Dialogkultur. – Bild: Pro Futuris</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Streiten gehört zum Leben dazu. Teil einer Gesellschaft zu sein ebenfalls. Doch oftmals kommen wir mit Personen, die anderer Meinung sind, nur wenig in Kontakt. Wir befinden uns in unserer eigenen «Bubble». Mit Freunden und Familie diskutieren wir oft darüber, wie jetzt abgestimmt werden soll oder was ideal wäre. Wirklich beide Seiten bei einer Initiative genau anzuschauen, ihre Argumente nachzuvollziehen und sich in beide Positionen hineinversetzen, das ist schwierig zu erreichen, wenn man nur unter Gleichgesinnten ist. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>«Es müsste doch Begegnungen und Diskussionen mit jemandem geben, der oder die anderer Meinung ist, einen anderen Alltag hat, sich nicht in der eigenen «Bubble» bewegt.»</p><cite>Noah Werder</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Es müsste doch Begegnungen und Diskussionen mit jemandem geben, der oder die anderer Meinung ist, einen anderen Alltag hat, sich nicht in der eigenen «Bubble» bewegt. Die die zivilgesellschaftliche Initiative <a href="https://profuturis.ch/lasstunsreden/" data-type="URL" data-id="https://profuturis.ch/lasstunsreden/">«Lasst uns reden»</a> von <a href="https://profuturis.ch/" data-type="URL" data-id="https://profuturis.ch/">ProFuturis</a> will genau das erreichen: Es sollen sich Menschen in einem konstruktiven Streitgespräch begegnen, die wirklich unterschiedlicher Meinung sind.</p>



<h4 class="subheader wp-block-heading"><strong><em>Pro Futuris, für die Zukunft</em></strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Pro Futuris, ein im Jahr 2022 gegründeter «Think + Do Tank für demokratische Kultur», setzt sich ein für eine lebendige, handlungsfähige und resiliente Demokratie. Pro Futuris analysiert die Herausforderungen, vor denen die Gesellschaft steht und setzt die Erkenntnisse und Lösungsansätze in konkrete Projekte um. Damit möchte Pro Futuris neue demokratische Teilhabemöglichkeiten für alle Menschen in der Schweiz schaffen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Vielfalt stärken. Die Dialogreihe «Lasst uns reden» ist das erste Projekt von Pro Futuris.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" src="https://test.generationentandem.ch/wp-content/uploads/2023/04/4ZldE0JuS1CpmfEP6YXe_logo_reden_de_wide-1024x187.png" alt="" class="wp-image-73960"/></figure>



<h4 class="subheader wp-block-heading"><strong><em>Wie es funktioniert</em></strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Es sollen unterschiedliche Menschen Es sollen andersdenkende Menschen zusammengebracht werden. «Andersdenken» bedeutet in diesem Projekt eine unterschiedliche politische Meinungen zu haben. Aus diesem Grund wird jede teilnehmende Person in einem ersten Schritt aufgefordert, einen Fragebogen auszufüllen, um ihre politische Einstellung zu ermitteln. Danach werden zwei Personen, die möglichst unterschiedliche politische Positionen haben, miteinander „verkuppelt“. Das Verkuppeln geschieht mit einem vielfach getesten Algorithmus. Die zwei Personen vereinbaren dann unter sich ein Treffen, um sich auszutauschen. ProFuturis sendet allen Teilnehmenden zudem Vorbereitungsmaterialien mit Tipps und Tricks, wie trotz  Meinungsverschiedenheiten ein Gespräch konstruktiv und strukturiert gestaltet werden kann. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Mit konstruktiv ist in diesem Kontext gemeint, dass miteinander ein Dialog geführt und nicht gegeneinander diskutiert wird. Es geht nicht ums Gewinnen, sondern darum, das Thema und sein Gegenüber besser zu verstehen. Mit strukturiert ist gemeint, dass man sich nicht irgendwann in der Diskussion fragen muss «Moment, über was diskutieren wird jetzt eigentlich?». Damit sollen Themenwechsel verhindert und eine Frage nach der anderen beantwortet werden. Zum Vorbereitungsmaterial gibt es ausserdem auch sehr positives Feedback.</em></p>



<h4 class="subheader wp-block-heading"><strong>Abgleich mit der Realität</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die Idee hinter «Lasst uns Reden» klingt toll, doch manchmal lassen sich Ideen, die toll klingen, einfach schwierig umsetzen. Wie ist es mit «Lasst uns Reden»?</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>«Es war es eine Herausforderung, ein genug heterogenes TeilnehmerInnenpool zu gewinnen. Bei unserer Durchführung war das links-liberale Lager übervertreten, 70% der TeilnehmerInnen war männlich und das Durchschnittsalter lag bei 50.» </p><cite>Cécile Schleup</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">UND-Vorstandsmitglied Fritz Zurflüh (68) hatte Glück. Fritz hat einen Partner gefunden, mit ihm abgemacht, sich getroffen und miteinander gesprochen. Allerdings stellte sich heraus, dass sie bei vielen Themen gleicher Meinung sind. Schlussendlich waren ihre Positionen also gar nicht so verschieden. Fritz betont, dass das Gespräch und der Mensch, den er kennenlernen durfte, sehr spannend waren. Und er suchte auch mögliche Gründe dafür, dass er und sein Partner letzten Endes doch nicht wirklich gegensätzliche Positionen vertreten haben. Das Projekt soll Menschen mit unterschiedlichen Meinungen zusammenbringen. Das scheint in diesem Fall nicht gelungen, doch woran liegt das? Funktioniert das Projekt nicht so wie es soll?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Möglichkeit ist, dass er und sein Partner den Fragebogen zu «eindeutig» ausgefüllt haben, also im Fragebogen extremere Positionen eingenommen haben als sie in der Realität vertreten. Ein weiterer Faktor: Wenn eine Person keine Extrempositionen einnimmt, ist es natürlich schwierig, krasse Gegensätze zu finden, so dass sich die Gegensätze wirklich ergänzen würden. Bildlich gesprochen ist es für jemanden, der oder die sehr links ist einfacher einen Gegensatz zu finden, nämlich eine Person, die sehr rechts ist. Doch wenn extreme Positionen eingenommen werden müssen, um Gegensätze zu finden, lohnt sich das Projekt<br />dann überhaupt für Menschen, die keine extremen Positionen einnehmen?</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-full is-resized"><img decoding="async" src="https://test.generationentandem.ch/wp-content/uploads/2023/03/Cecile-Schluep.jpg" alt="" class="wp-image-73502" width="551" height="674"/><figcaption><strong>Setzt sich für eine bessere Dialogkultur in der Schweiz ein:</strong> Cécile Schleup von Pro Furutis.  – Bild: Privat</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Dem Projektteam von Pro Futuris scheint diese Herausforderung bewusst zu sein. Cécile Schluep erklärt: «Es war es eine Herausforderung, ein genug heterogenes TeilnehmerInnenpool zu gewinnen. Bei unserer Durchführung war das links-liberale Lager übervertreten, 70% der TeilnehmerInnen war männlich und das Durchschnittsalter lag bei 50. Bei weiteren Durchführungen muss das Projektteam stärker mobilisieren bei Frauen, jüngeren Personen und bei Konservativen.»</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und trotzdem scheint die erste Durchführung des Projekts ein Erfolg gewesen zu sein: 200 Menschen haben sich schlussendlich zu Gesprächen getroffen, viele Rückmeldungen waren positiv.</p>



<h4 class="subheader wp-block-heading"><strong><em>Gegensätzlichkeit entscheidend?</em></strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ich denke, dass die Gegensätzlichkeit der Positionen nicht unbedingt entscheidend ist. Gewisse Personen finden schnell einen Konsens. Doch es ist lohnenswert, sich mit Leuten auszutauschen, die einen anderen Lebenskontext haben. Das war bei Fritz definitiv der Fall und auch das Spannende am Gespräch. Er merkte, dass, obwohl sie insgesamt ähnliche Meinungen hatten, ihre Lebensrealitäten ganz unterschiedlich sind. Und einen Dialog mit Menschen führen, die eine andere Lebensrealität, einen anderen Alltag haben, lässt einem die eigene Sicht auf das Leben zu hinterfragen. Übrigens: Fritz<br />wird dem Projekt weiternachgehen, also wieder neue PartnerInnen<br />suchen, um sich auszutauschen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>«Gewisse Personen finden schnell einen Konsens. Doch es ist lohnenswert, sich mit Leuten auszutauschen, die einen anderen Lebenskontext haben.»</p><cite>Noah Werder</cite></blockquote>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-full is-resized"><img decoding="async" src="https://test.generationentandem.ch/wp-content/uploads/2023/03/Fritz.jpg" alt="" class="wp-image-73504" width="513" height="770"/><figcaption><strong>Trotz ähnlicher Meinung ein spannendes Gespräch:</strong> Das war die Erfahrung von Fritz Zurflüh.  – Bild: Hans-Peter Rub</figcaption></figure></div>



<h4 class="subheader wp-block-heading"><strong><em>Und jetzt?</em></strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">«Lasst uns reden» ist ein Projekt mit grossen Ambitionen. Es soll der Polarisierung unserer Gesellschaft entgegenwirken und eine Plattform für Menschen mit unterschiedlichen Ansichten bieten. Wie unterschiedlich diese Ansichten sind, ist vielleicht nicht das Wichtigste am Projekt. Vielmehr ist es ein Raum, um den Umgang und Austausch mit anderen Meinungen zu lernen, zu verbessern und die eigenen Meinungen zu hinterfragen. </p>
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		<title>Ich will dich verstehen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[UND Generationentandem]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Apr 2023 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Im Gespräch]]></category>
		<category><![CDATA[Soziales]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Oft geht es uns im Gespräch darum, jemanden von unserer Meinung zu überzeugen.<br />
Das ist gut und manchmal wichtig. Doch oft verpassen wir dabei, zu verstehen, was unser Gegenüber sagen will. Obwohl genau das die Grundlage ist für einen wirklichen Dialog.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-full"><img decoding="async" src="https://test.generationentandem.ch/wp-content/uploads/2023/03/Zwei-Meinungen2.jpg" alt="" class="wp-image-73481"/><figcaption><strong>Elias erklärt,</strong> warum ihm ein bedingungsloses Grundeinkommen so wichtig ist. – <em>Bild: Walter Winkler</em></figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht debattieren oder gar streiten wie in der TV-Arena wollen wir in unserer Gesprächsgruppe. Wir wollen versuchen, uns in eine Person hineinzuversetzen, die anders denkt als wir. Wir wollen dabei nicht nur verstehen, was sie sagt, sondern auch, was sie sagen will. Wir<br />wollen erfahren, aus welchen weltanschaulichen, politischen und emotionalen Voraussetzungen die Personen<br />ihre Überzeugungen schöpfen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>«Ich konnte mit meinem Vater über vieles reden, nur nicht über die Armee. Alle Argumente griffen nicht, weil die emotionale Grundlage verschieden war.»</p><cite>Werner Kaiser</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Elias (21) startet den Versuch. Er ist überzeugt vom bedingungslosen Grundeinkommen. Ihm stellen wir die ersten Fragen. Zuerst eher auf der Sachebene: Worum geht es beim Grundeinkommen? Wer steckt dahinter? Wie soll das finanziert werden? Dann aber auch auf der persönlichen Ebene: Warum ist dir das so wichtig? Hat das mit deiner politischen Einstellung zu tun? Anfangs war das gar nicht einfach. Immer wieder rutschte ein&nbsp; «aber» in die Fragen. Oder es werden Fragen gestellt, die verkappte Gegenmeinungen enthalten. Doch das Verständnis für das, was Elias will, wächst zusehends.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere Experimente folgen. Soll das Parlament zur Hälfte durchs Los gewählt werden? Die Idee irritiert, so dass das Bedürfnis zu widersprechen oft grösser ist als die Absicht, die Hintergründe zu erforschen.<br />Gerade wenn Emotionen hochkommen, verfällt man gerne wieder ins Verteidigen der eigenen Meinung. Wir bemerken bald: Wir sind es einfach nicht gewohnt, einen solchen Dialog zu führen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-full is-resized"><img decoding="async" src="https://test.generationentandem.ch/wp-content/uploads/2023/03/walterwinkler.jpg" alt="" class="wp-image-73482" width="675" height="768"/><figcaption><strong>Zufrieden</strong>: Werner kann erklären – Bild: Walter Winkler</figcaption></figure></div>



<h4 class="subheader wp-block-heading">Was haben wir daraus gelernt?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Am Schluss werden alle eingeladen, über ihre Erfahrungen mit diesem Experiment zu sprechen. Es zeigt sich ein beachtlicher Lernerfolg:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Simon (28) ist sich bewusst, dass er im Bereich der Politik eine pointierte Meinung hat und diese auch gerne vertritt. Das Experiment hat ihm gezeigt, dass es weiterführend sein kann, sich einmal einem anderen Menschen zu öffnen und dessen Perspektive zu verstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Telsche (85) ist überzeugt: Wenn sie wirklich verstehen will, was jemand sagt, wie er oder sie denkt, welche Gründe, Erfahrungen zu seiner oder ihrer Sichtweise geführt haben, dann muss sie ihre Perspektive verändern. Sie muss versuchen, sich in ihr Gegenüber hineinzuversetzen. Dabei können Emotionen den Dialog sehr stören. Sie ist dann nicht mehr beim anderen und kommt weg von der Sachebene.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hanna (77) merkt, wie schwierig es ist, sich auf das Fragen zu begrenzen, ohne seinen eigenen Kommentar zu geben. Je engagierter sie im Thema ist, umso schwieriger wird es.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p><strong>«</strong>Wir wollen versuchen, uns in eine Person hineinzuversetzen, die anders denkt als wir.<strong>»</strong></p><cite>Werner Kaiser</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Elias findet es bereichernd, sich vom Egoismus zu lösen und sich dem Gegenüber zu widmen. Oft haben wir unsere Lebensweise im Blick und beharren auf unserer Meinung. Vielleicht halten wir uns sogar für schlauer als alle anderen. Dies findet er einen Trugschluss, denn man könne so viel lernen von anderen Menschen und deren Lebenserfahrung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Werner (84) kennt das Problem schon von früher. Er konnte mit seinem Vater über vieles reden, nur nicht über die Armee. Der Vater hatte in der Kriegszeit Dienst geleistet und war überzeugt, die Armee hätte die Schweiz vor Hitler gerettet. Er selbst stand den Friedensorganisationen nahe. Alle Argumente griffen nicht, weil die emotionale Grundlage verschieden war.</p>



<h4 class="subheader wp-block-heading">Wie wäre es, wenn …?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Wir können das, was wir erlebt haben, weiterspinnen. Wie wäre es, wenn wir Menschen ganz grundsätzlich die Fähigkeit entwickeln würden, einander zu verstehen? Wenn wir Polarisierungen abbauen und interessiertes Fragen an dessen Stelle setzen würden? In der Familie, im Beruf, in der Politik? Wir hätten wohl ein friedlicheres Leben und sogar weniger psychische<br />Probleme.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-full is-resized"><img decoding="async" src="https://test.generationentandem.ch/wp-content/uploads/2023/03/Zwei-Meinungen-1-1024x768-1.jpg" alt="" class="wp-image-73483" width="840" height="630"/><figcaption><strong>Wie wäre die Welt,</strong> wenn die mächtigen Politiker so zusammensitzen würden?– <em>Bild: Walter Winkler</em></figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Oder stellen wir uns gar vor, Putin, Selenskyj, Biden, Xi Jinping und alle weiteren mächtigen Leute würden an einem Tisch sitzen, sich für die Meinungen und Bedürfnisse der anderen interessieren und sich mit wohlwollenden Fragen einander zuwenden. Vielleicht kämen<br />statt Wirtschaftsblockaden und Kriegen lebensdienliche Lösungen zustande.</p>



<p class="has-background wp-block-paragraph" style="background-color:#dedede">Dieser Austausch war inspiriert vom Projekt «Lasst uns reden» von Pro Futuris. Auf den nächsten zwei<br />Seiten berichtet Noah Werder (23) mehr über dieses Projekt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



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<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Mit den Augen hören – mit den Händen reden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[UND Generationentandem]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Apr 2023 15:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Im Gespräch]]></category>
		<category><![CDATA[Soziales]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gebärden gehören ganz selbstverständlich zum Gespräch,  sei es, um Aussagen zu unterstreichen oder aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse. Jedoch waren Gebärden<br />
in Gehörlosenschulen hierzulande lange Zeit verpönt, standen sogar unter Strafe.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img decoding="async" src="https://test.generationentandem.ch/wp-content/uploads/2023/03/Gebaerdensprache1besseriquali.jpg" alt="" class="wp-image-73437" width="840" height="622"/><figcaption><strong>Schülerin und Lehrerin im Gespräch:</strong> Estelle Battaglia und Nicole Pascali in der Migros Klubschule.<br />– Bild: Estelle Battaglia</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Estelle, du stehst kurz vor der Matur und besuchst seit einem Jahr einen Kurs für die Deutschschweizer Gebärdensprache (DSGS). Wie kam es dazu?</strong></em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Estelle</strong>: Als ich etwa fünf Jahre alt war, spielte mir mein Vater auf dem Handy Songs vor, die von Gebärden begleitet wurden. Dies als Vorbereitung auf ein Treffen mit der gehörlosen Tochter von Bekannten. Wir fanden im Spiel rasch zueinander. Mir erschien es magisch, wie sie und ihre Familie sich mit Gebärden offenbar so ausdrücken konnten wie wir mit Worten. So beschloss ich, diese Magie auch irgendwann zu erlernen.</p>



<h4 class="subheader wp-block-heading">Anfänge der Kommunikation</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Der Anthropologe und Verhaltensforscher Michael Tomasello ist der Auffassung, dass zur Kommunikation immer auch Gesten und Mimik gehören, und dass diese älter sind als die Lautsprache. Gesten, Mimik und Körperhaltung gelten zusammen mit unartikulierten Lauten als früheste Verständigung der Menschen; Höhlenmalereien waren der Anfang von Schriftsprache. Die spontanen Gebärden entwickelten sich weiter, bekamen System. Überall dort, wo sich gehörlose Menschen trafen, entstanden zunehmend komplexe Gebärdensprachen (im Folgenden GS genannt). Wie alle Sprachen sind auch die GS lebendige Sprachen. Sie vermischen, verändern sich und entwickeln sich ständig weiter. Auch Tiere teilen sich unter anderem mittels Körperhaltung und Mimik mit. Wer wollte einem Hund zu nahe kommen, der Nackenhaare sträubt und Zähne zeigt, einer Kuh, die den Kopf senkt, einem Pferd, das die Ohren zurücklegt? Unsere hochentwickelten Verwandten, die Primaten, sind sogar fähig, Gesten gezielt einzusetzen. Offenbar war das mit ein Grund, besonders für kirchliche Kreise, die Gebärdensprache abzulehnen und ihren Gebrauch zu verbieten. Was Affen tun, kann des Menschen nicht würdig sein.</p>



<h4 class="subheader wp-block-heading">Etwas Geschichte</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Gehörlosigkeit als Gottesstrafe anzusehen oder Menschen, die nicht sprechen konnten, Intelligenz abzusprechen, war üblich. Bereits aus dem 7. Jahrhundert sind aber auch Fingergebärden für Zahlen bekannt, die bis ins 18. Jahrhundert verwendet wurden. Seit dem 15. Jahrhundert gibt es zahlreiche Beispiele, wie gehörlose Kinder aus privilegierten Kreisen mittels Gebärden und Fingeralphabet unterrichtet wurden. Meist um die Lautsprache zu erreichen, wie bei adeligen Kindern in Spanien, wo sprechen zu können für die Vererbung von Adelstitel und Vermögen unabdingbar war.</p>



<h4 class="subheader wp-block-heading">Umgang mit Gebärdensprachen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Nach und nach etablierten sich GS weltweit. In Amerika gelten sie längst als normale und vollwertige Sprachen. In der Schweiz lässt diese Anerkennung bis heute auf sich warten. Im indonesischen Bengkala und im indischen Alipur ist ein rezessives Gen für ein gehäuftes Auftreten von Gehörlosigkeit verantwortlich. In beiden Ortschaften verwendet sowohl die gehörlose als auch ein grosser Teil der hörenden Bevölkerung eine Dorf-GS. Dadurch funktioniert die Vermischung beider Gruppen gut. Dies ermöglicht es den gehörlosen Kindern, einen ähnlichen Entwicklungsstand zu erreichen wie ihren hörenden «Gspänli». Die Gehörlosen sind nicht isoliert, sondern haben wichtige Funktionen.</p>



<h4 class="subheader wp-block-heading">GS: Stiefkind in der vielsprachigen Schweiz</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Das Interview mit der Gebärdensprachlehrerin Nicole Pascali, wurde übersetzt von Dolmetscherin Janet Fiebelkorn. Es vermittelt einen Einblick in die Entwicklung der Gebärdensprache der letzten 50 Jahre und zeigt die heutige Situation auf.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-full is-resized"><img decoding="async" src="https://test.generationentandem.ch/wp-content/uploads/2023/03/Gebaerdensprache3.jpg" alt="" class="wp-image-73438" width="585" height="1021"/><figcaption><strong>«Danke»:</strong> Irène Sprenger lernt eine der universellen Gebärden. <em>– Bild: Estelle Battaglia</em></figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Nicole, du bist hörend geboren?</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nicole</strong>: Ja, mit elf Monaten hatte ich eine Hirnhautentzündung, reagierte allergisch aufs Penicillin und bin seither gehörlos. Hörende Babys reagieren ab etwa 11 Monaten auf sprachlichen Input und beginnen zu sprechen, bei den nicht hörenden fällt das weg. So prägt sich das Beobachten automatisch stark aus. In den ersten Jahren hatte ich mit meinen hörenden Eltern keine andere Kommunikation als durch Gesten und Bewegungen. Ich zeigte, wenn ich etwas ausdrücken wollte. Im Kindergarten haben wir dann einfache Gebärden gelernt, wie zum Beispiel «Mama lieb».</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Einen grossen Teil deiner Schulzeit hast du in der Sprachheilschule Münchenbuchsee (heute HSM) verbracht. Hast du noch erlebt, dass das Gebärden verboten war?</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, während der ersten vier Jahre hatten wir eine sehr böse Lehrerin, auf deren fürchterlich roten Lippen wir uns zu konzentrieren hatten. Wir mussten auf den Händen sitzen oder mit verschränkten Armen am Tisch. Passten wir nicht auf oder benutzten Gebärden, wurden wir mit dem Stock geschlagen, an den Haaren gezogen oder bekamen Ohrfeigen – es war schlimm! Ab der 5. Klasse hatten wir einen guten Lehrer, Gebärden blieben aber weiterhin verboten. 1986 habe ich diese Schule abgeschlossen und bekam später mit, wie die bilinguale Erziehung (Lautsprache und GS) normal wurde. Und jetzt sieht man ja, wie die Kinder gebärden.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>«Die Schweiz wird als vielsprachiges Land gepriesen, Rätoromanisch ist anerkannt, die Sprache von 10&#8217;000  gehörlosen Menschen jedoch nicht.»</p><cite>Nicole Pascali</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Wie genau lassen sich GS und Lautsprache übersetzen?</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die GS ist eine vollständige, linguistisch erforschte Sprache mit eigener Grammatik und lässt sich zu 100 Prozent übersetzen. Artikel und andere für den Sinn unnötige Teile werden weggelassen, sie wird vereinfacht, doch nicht inhaltlich zusammengefasst. Die DolmetscherInnen bilden Sätze, die ihr Hörenden gut versteht. Missverständnisse entstehen so nicht. Im Zweifelsfall hilft aufschreiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Dass Gehörlose so kommunikationsfreudig sind, ist kaum allgemein bekannt. Wie können Hörende mehr über diese Welt lernen?</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Information ist wichtig; viele Hörende sind verunsichert, wenn Gehörlose Lautsprache benutzen. Wir hören unsere Stimme selbst ja nicht, können Tonhöhe und Lautstärke nicht gut steuern. Deshalb tönt sie für euch so blöd. Wir können auch nicht alle gleich gut sprechen. Ich beherrsche die Lautsprache zwar gut, aber es ist sehr anstrengend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Politisch ganz wichtig ist die überfällige Anerkennung der GS in der Verfassung. Die Schweiz wird als vielsprachiges Land gepriesen, das Rätoromanische ist anerkannt, die Sprache von 10&#8217;000 gehörlosen Menschen jedoch nicht. Ist die Anerkennung mal verankert – so wie in den meisten europäischen Staaten–, muss auch die IV darauf reagieren; die GS wird für alle normaler, somit auch der Einsatz von DolmetscherInnen. Gehörlose bekommen dann Zugang zu mehr Arbeitsbereichen, werden weniger schnell arbeitslos und dadurch besser integriert. Auf Dauer ist das für eine Gesellschaft nicht nur sozial, sondern auch finanziell wertvoll. Obwohl vom Parlament angenommen, wurde die Anerkennung 2021 vom Bundesrat abgelehnt. Wir kämpfen weiter, aber nun wird es nochmals fünf Jahre dauern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Bei Barrierefreiheit denken viele an Rollstuhlgängigkeit, welche Barrieren kennst du?</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Also ich bin selbständig, fahre Auto, bin eigentlich wie ihr unterwegs. Grössere Anlässe, Konferenzen, Plenen sind anstrengend, da brauche ich eine DolmetscherIn. Heute ist es doch normal, dass es diese braucht, auch für fremdsprachige Menschen. Die IV teilt uns aber diese Stunden sehr restriktiv zu. Das Maximum von 10 Stunden pro Monat wurde mir auf 5 gekürzt Dadurch verliere ich viel Arbeit, möchte aber sehr gerne mehr arbeiten. Wenn ich Anrecht auf mehr Dolmetscher-Stunden hätte, könnte ich auch viel besser in der Gesellschaft integriert sein. Das ist, wie wenn man einer körperbehinderten Person sagt: Den Rollstuhl darfst du nur eine beschränkte Zeit benützen. Aktuell bin ich stark am Kämpfen mit der IV.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" src="https://test.generationentandem.ch/wp-content/uploads/2023/03/Gebaerdensprache1.jpg" alt="" class="wp-image-73440"/><figcaption><strong>Interview dank Übersetzerin:</strong> Nicole Pascali und Janet Fiebelkorn gebärden «Sonne» und «Schönes Wetter». –&nbsp;<em> Bild: Estelle Battaglia</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Was hältst du davon, GS in der Oberstufe und den Mittelschulen als Freifach anzubieten?</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein grosser Traum! Ich habe Schulen besucht und Kindern GS spielerisch vorgestellt. Aber mehr kam nicht zustande, es fehlt am Geld. In Amerika ist es völlig normal, dass GS an Schulen, Universitäten als Freifach angeboten wird. GS war dort nie verpönt oder gar verboten. Ich habe Menschen getroffen, von denen ich dachte, sie seien gehörlos – es waren aber Hörende, die perfekt gebärden konnten. Das ist dort völlig normal. Auch Italien ist sehr schön für uns, locker, wir werden nicht schräg angeguckt, die sprechen dort ja eh auch mit den Händen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Worauf ist zu achten, wenn wir lautsprachlich mit Gehörlosen s<strong><em>prechen?</em></strong><br /></em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Blickkontakt ist sehr wichtig, eine gute Beleuchtung, langsam und deutlich sichtbar sprechen, hochdeutsch. Wenn möglich Gesten und Mimik einsetzen und – wenn das nicht reicht, aufschreiben oder ins Handy eintippen. Je nach Situation ist frühzeitig eine DolmetscherIn zu organisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Wie lange braucht eine hörende Person etwa, um sich mit GS verständigen zu können?</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das kommt, wie bei jeder anderen Sprache, aufs Talent an und darauf, wie stark jemand eintaucht. GS ist eine präsente, sichtbare Sprache. Man muss den Mut haben, sie anzuwenden und sich mit gehörlosen Menschen zu treffen.</p>



<h4 class="wp-block-heading"><strong><em>Reiche Schweiz oder vielmehr <strong><em><strong><em>einige reiche SchweizerInnen?</em></strong><br /></em></strong></em></strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Vieles scheitert an Finanzen. Kein Wunder fehlt es der öffentlichen Hand an Geld, wenn, wie unlängst in der Zeitung zu lesen, UnternehmerInnen hohe Dividenden beziehen und sich den Lohn kürzen, um Steuern und Abzüge zu sparen. Nur langsam werden die GS und mit ihnen auch die gehörlosen Menschen in der Gesellschaft sichtbarer.&nbsp; Parlamentssitzungen werden simultan in GS übersetzt, ebenso diverse TV-Beiträge; zunehmend kommen in Filmen, Serien auch SchauspielerInnen vor, die GS verwenden.</p>



<p class="has-background wp-block-paragraph" style="background-color:#dedede"><strong>Ressourcen für Gehörlose und Gebärdensprache</strong><br />Schweizer Gehörlosenbund: &nbsp;<a href="http://www.sgb-fss.ch">www.sgb-fss.ch</a> (GS-Lexikon)<br />Schweizerischer Hörbehindertenverband Sonos: <a href="http://www.hoerbehindert.ch">www.hoerbehindert.ch</a><br />Verein Sensability: <a href="http://www.sensability.ch">www.sensability.ch</a><br />GS-Kurse unter anderem: <a href="http://www.klubschule.ch">www.klubschule.ch</a> / E-Learning: www.signwise.ch<br />Tagesschau in GS: <a href="http://www.srf.ch" data-type="URL" data-id="http://www.srf.ch">www.srf.ch</a><br />SRF Kids News: <a href="http://www.srf.ch">www.srf.ch</a></p>
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	            data-home="https://www.generationentandem.ch"></div><p>The post <a href="https://www.generationentandem.ch/gebaerdensprache/">Mit den Augen hören – mit den Händen reden</a> appeared first on <a href="https://www.generationentandem.ch">UND Generationentandem</a>.</p>
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		<title>Grosses Interesse, vorsichtige Skepsis</title>
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		<dc:creator><![CDATA[UND Generationentandem]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Feb 2023 09:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Digitale Teilhabe]]></category>
		<category><![CDATA[Im Gespräch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es war eine Premiere: Am 9. Februar 2023 fand im UND-Raum zum ersten Mal der Workshop «UND-Social Media?» statt und zwar – anders als andere Kurse «Digitales Wissen» - vor Ort. Der Abend endete mit angeregten Gesprächen und kritischen Fragen. Die Bilanz: Ziel erreicht. </p>
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<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://test.generationentandem.ch/wp-content/uploads/2023/02/DSCF1775-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-72571" width="840" height="560"/><figcaption><strong>Das Interesse war gross: </strong>20 Menschen waren am Workshop  <a href="https://test.generationentandem.ch/live/digitales-wissen/events/tweeten-posten-liken-wie-funktioniert-social-media-eigentlich/" data-type="URL" data-id="https://test.generationentandem.ch/live/digitales-wissen/events/tweeten-posten-liken-wie-funktioniert-social-media-eigentlich/">«UND-Social Media?»</a> dabei. – Bild: Hans-Peter Rub </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Am Teamtreffen zum Schwerpunkt «Im Gespräch» im November 2022 entstand folgende Idee: UND Generationentandem soll einen Workshop zu den sozialen Medien anbieten – wie können Menschen über und auf sozialen Medien ins Gespräch kommen? In einer digitalisierten Welt finden immer mehr «Gespräche» auf sozialen Plattformen statt. Wir können unsere Meinung äussern, posten, kommentieren. Viele Vereinsmitglieder kennen diese Kommunikationswege noch wenig oder sind skeptisch bis ängstlich. <a href="https://test.generationentandem.ch/author/smi/" data-type="URL" data-id="https://test.generationentandem.ch/author/smi/">Marianne Scheuter (68)</a>, Verantwortliche der Kursreihe <a href="https://test.generationentandem.ch/live/digitales-wissen/events/" data-type="URL" data-id="https://test.generationentandem.ch/live/digitales-wissen/events/">«Digitales Wissen»</a>, <a href="https://test.generationentandem.ch/author/ehe/" data-type="URL" data-id="https://test.generationentandem.ch/author/ehe/">Elia Heiniger (15)</a>, Technikhelfer, und <a href="https://test.generationentandem.ch/author/rfl/" data-type="URL" data-id="https://test.generationentandem.ch/author/rfl/">Rebekka Flotron (28),</a> Verantwortliche UND-Redaktion und Social Media, stellten ein Programm zusammen, das neben der Vermittlung von Grundwissen aufzeigen wollte, wie UND Generationentandem die Plattformen wirkungsvoll nutzt.</p>



<h4 class="subheader wp-block-heading"><strong>Erstmalig LIVE</strong></h4>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" src="https://test.generationentandem.ch/wp-content/uploads/2023/02/DSCF1798-1024x600.jpg" alt="" class="wp-image-72581"/><figcaption><strong>Erstmalig wurde ein solcher Workshop LIVE durchgeführt,</strong> die Reaktionen darauf waren positiv. – Bild: Hans-Peter Rub </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kursreihe <a href="https://test.generationentandem.ch/live/digitales-wissen/events/" data-type="URL" data-id="https://test.generationentandem.ch/live/digitales-wissen/events/">«Digitales Wissen»</a>&nbsp; – moderiert und organisiert von Marianne Scheuter, Daniel Roth und Simeon Streit – findet jeweils monatlich via Zoom statt. Bewusst wurde entschieden, dass der Workshop – «UND-Social Media? » – für einmal vor Ort stattfinden soll. Auch hier geht es zwar um digitales Wissen, aber in erster Linie um die soziale Teilhabe dank digitaler Kenntnisse. Der&nbsp;Workshop <a href="https://test.generationentandem.ch/live/digitales-wissen/events/tweeten-posten-liken-wie-funktioniert-social-media-eigentlich/" data-type="URL" data-id="https://test.generationentandem.ch/live/digitales-wissen/events/tweeten-posten-liken-wie-funktioniert-social-media-eigentlich/">«UND-Social Media?»</a> stiess auf überraschend grosses Interesse und der UND-Raum war am 9. Februar 2023 fast zu klein für die vielen 20 TeilnehmerInnen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" src="https://test.generationentandem.ch/wp-content/uploads/2023/02/DSCF1785-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-72575"/><figcaption><strong>Die Umfrage am Anfang des Workshops zeigt:</strong> Viele TeilnehmerInnen nutzen (noch) keine soziale Medien. – Bild: Hans-Peter Rub </figcaption></figure>



<h4 class="subheader wp-block-heading"><strong>Digitale Teilhabe = soziale Teilhabe</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Begrüssung der 20 WorkshopteilnehmerInnen betont Marianne Scheuter: «Über kurz oder lang werden Menschen, die soziale Medien gar nicht nutzen, sozial abgehängt. Sie verpassen so wesentliche Informationen.» Es ist eine wichtige, aber für die WorkshopteilnehmerInnen wohl etwas aufrüttelnde Aussage.&nbsp; Eine kurze Umfrage zeigt – die wenigsten TeilnehmerInnen sind aktiv auf den sozialen Medien, viele nutzen sie gar nicht.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" src="https://test.generationentandem.ch/wp-content/uploads/2023/02/DSCF1771-1024x811.jpg" alt="" class="wp-image-72587"/><figcaption><strong>Digitale Teilhabe heisst soziale Teilhabe,</strong> betont Marianne Scheuter am Anfang des Workshops. – Bild: Hans-Peter Rub </figcaption></figure>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>«Über kurz oder lang werden Menschen, die soziale Medien gar nicht nutzen, sozial abgehängt. Sie verpassen so wesentliche Informationen».</p><cite>Marianne Scheuter</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Doch was bedeutet das konkret? Moderne demokratische Gesellschaften versprechen der Bevölkerung die soziale und gesellschaftliche Teilhabe. Das heisst: Alle Menschen können die Infrastrukturen und die Angebote der Gesellschaft nutzen. Da bereits heute sehr viele alltägliche Dinge digital gesteuert werden, muss digitale Teilhabe als Voraussetzung für soziale Teilhabe verstanden werden. Deshalb spielt nicht nur der Zugang zur digitalen Welt, sondern auch der souveräne Umgang damit eine immer wichtigere Rolle.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" src="https://test.generationentandem.ch/wp-content/uploads/2023/02/DSCF1871-1024x764.jpg" alt="" class="wp-image-72578"/><figcaption><strong>Digitale Teilhabe: </strong>Junge Menschen können unterstüzen. – Bild: Hans-Peter Rub </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Und die sozialen Medien? Immer mehr Vereine, Organisationen oder Parteien nutzen die sozialen Medien, um über ihre Tätigkeiten zu berichten – und das ist ein zentraler Aspekt –,  um mit Interessierten zu kommunizieren. Umfragen zeigen, dass mehr als 90 Prozent der PolitikerInnen in erster Linie soziale Medien nutzen, um mit der potenziellen Wählerschaft in Kontakt zu kommen. Veranstaltungen werden zum Teil nur noch über die sozialen Medien angekündigt und sogar Gemeindeverwaltungen verlassen sich in ihrer Kommunikation immer mehr auf Instagram und Co.</p>



<h4 class="subheader wp-block-heading"><strong>Das Soziale an den sozialen Medien</strong></h4>



<p class="wp-block-paragraph">Die sozialen Medien haben einen schlechten Ruf: problematische Dialogkultur, schädlich für die psychische Gesundheit, viel Spam, Suchtgefahr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie bereits erwähnt, findet ein Grossteil der Kommunikation heute im digitalen Raum statt. Was die sozialen Medien ermöglichen, und was Webseiten zum Beispiel viel weniger fördern, ist der Austausch, ist die Interaktion. Auf den sozialen Medien kann unabhängig von Ort und Zeit mit einem Netzwerk, einer Gemeinschaft (Community), einer Gruppe interagiert werden. Dieser soziale Aspekt – die Möglichkeit für Dialog – machen die sozialen Medien für viele Vereine, Organisationen, Parteien und natürlich auch für Firmen und Privatpersonen spannend und enorm bereichernd.</p>



<p class="has-background wp-block-paragraph" style="background-color:#dedede"><strong>Kleine Insta-Anekdote</strong><br />Auf Instagram wurde das Teaservideo zur Veranstaltung «Ziviler Ungehorsam: Wie weit darf Protest gehen?» veröffentlicht. Innerhalb weniger Minuten erschien unter dem Beitrag ein Kommentar, der auf den ersten Blick etwas empört schien: «Da würde es mich jetzt echt interessieren, ob eine solche Diskussionsrunde auch 2020 stattgefunden, als es kontroverse Meinungen zu Demos gegen die C[orona]-Massnahmen des Bundes gab? Gab es eine?». UND Generationentandem hat sachlich und respektvoll geantwortet. Der Kommentator endete den Austausch mit «Sehr gut! 👏🏽». <br /><br />Das Beispiel zeigt, dass jede/r – insbesondere auch Vereine, Organisationen oder sonstige Institutionen – mitverantwortlich ist, wie die Dialogkultur auf den sozialen Medien praktiziert wird.</p>



<h4 class="subheader wp-block-heading">Instagram, Facebook, Twitter, TikTok, Snapchat, Linkedin</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt unzählige Plattformen, und die unterschiedlichen Plattformen bieten unterschiedliche Möglichkeiten der Interaktion. UND Generationentandem nutzt Instagram, Facebook, Twitter und Linkedin. Zwei weitere Plattformen scheinen in der Welt der online Kommunikation vor allem bei jungen Menschen immer wichtiger zu werden: Snapchat und vor allem TikTok. Im Workshop «UND-Social Media?» werden diese Plattformen kurz vorgestellt, der Fokus liegt aber darauf, wie auf den sozialen Medien Gruppen und Gemeinschaften gebildet und gepflegt werden können und wie eine andere und neue Art von Dialog entstehen kann. Beispiele zeigen, wie wir vor allem von Interessengruppen direkt profitieren können – Reiseerfahrungen teilen, Fachwissen zu verschiedenen Themen austauschen oder den Konzertkalender unserer Lieblingsband verfolgen und teilen. Wir können auch filtern, Werbung entfernen und die Privatsphäreeinstellungen nutzen, um so eine Plattform mitzugestalten, dass diese unseren Interessen gut entspricht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Soziale Medien sind zudem unglaublich schnell, schneller als offizielle Nachrichtenkanäle – sei dies bei Wahlergebnissen oder Sportereignissen. Allerdings sind all diese Informationen nicht verifiziert und UserInnen können schnell in sogenannten «Bubbles» landen. Kritisches Überprüfen ist in jedem Fall wichtig.</p>



<h4 class="subheader wp-block-heading">Grosses Interesse, vorsichtige Skepsis</h4>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" src="https://test.generationentandem.ch/wp-content/uploads/2023/02/DSCF1821-1-1024x725.jpg" alt="" class="wp-image-72590"/><figcaption><strong>Auch wenn einige nichts mit den sozialen Medien anfangen können, </strong>ist das Interesse daran gross. – Bild: Hans-Peter Rub </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Schon die erste Fragerunde, nachdem die verschiedenen Plattformen vorgestellt wurden, zeigte: Die Skepsis unter den TeilnehmerInnen ist gross. Die kritischen, zum Teil empörten Fragen bewiesen, dass nicht alle Menschen Freude an digitalen Entwicklungen haben. Noch sind wir zwar nicht gezwungen, die sozialen Medien zu nutzen, aber gewisse Entwicklungen im Bereich E-Government, bei Finanzgeschäften oder im öffentlichen Dienst (Post, SBB) bedingen, dass wir uns als Individuen digital mitentwickeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die abschliessende Diskussion offenbarte die unterschiedlichen Gründe für die Skepsis: fehlende Sicherheit, Datenschutz oder eine empfundene Sinnlosigkeit der Inhalte – «Da gibts doch sowieso nur Blödsinn» oder «Wozu brauche ich das?».</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" src="https://test.generationentandem.ch/wp-content/uploads/2023/02/DSCF1866-1-1024x665.jpg" alt="" class="wp-image-72593"/><figcaption><strong>Kritische Fragen</strong> bereicherten die Diskussion. – Bild: Hans-Peter Rub</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Und die sozialen Medien sind nicht für Jede/n. Eine Frau bemerkte: «Dieser Workshop war unglaublich spannend, aber vermutlich werde ich auch in Zukunft keine sozialen Medien nutzen.» Und das ist in Ordnung, aber es sollen nicht fehlende Kenntnisse sein, die einen Menschen davon abhalten, Instagram, Facebook, Twitter oder TikTok zu nutzen.</p>



<p class="has-background wp-block-paragraph" style="background-color:#dedede"><strong>Interesse an «UND-Social Media?»</strong><br />Auf Anfrage bietet UND Generationentandem diesen Workshop für externe Organisationen, Vereinen oder Gemeinden an. Für weitere Infos: <a href="mailto:so&#99;i&#97;lm&#101;dia&#64;&#103;e&#110;&#101;rat&#105;one&#110;t&#97;&#110;&#100;&#101;&#109;&#46;ch">&#115;&#111;&#99;i&#97;lm&#101;d&#105;a&#64;ge&#110;&#101;r&#97;&#116;i&#111;n&#101;n&#116;an&#100;&#101;m.&#99;h</a></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" src="https://test.generationentandem.ch/wp-content/uploads/2023/02/DSCF1802-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-72584"/><figcaption><strong>Der Workshop zu den sozialen Medien </strong>soll zukünftig auch bei anderen Organisationen oder Vereinen angeboten werden. – Bild: Hans-Peter Rub </figcaption></figure>
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