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	<title>(un)zufrieden Archives - UND Generationentandem</title>
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	<description>Brücken zwischen Generationen und zwischen verschiedenen Lebenswelten bauen</description>
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		<title>Zwischen FOMO und Gelassenheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[UND Generationentandem]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 May 2026 14:43:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[(un)zufrieden]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Philosophie der Zufriedenheit – braucht es so etwas? Oder ist das nur etwas für im Elfenbeinturm lebende Philosophen, ohne jeden Nutzen für die praktischen Herausforderungen in unserer heutigen Gesellschaft? Es kann schon hilfreich sein, darüber nachzudenken, was Zufriedenheit ist, worin der Unterschied zu Glück besteht, und, vor allem, was es braucht, um zufrieden zu sein. [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Philosophie der Zufriedenheit – braucht es so etwas? Oder ist das nur etwas für im Elfenbeinturm lebende Philosophen, ohne jeden Nutzen für die praktischen Herausforderungen in unserer heutigen Gesellschaft? Es kann schon hilfreich sein, darüber nachzudenken, was Zufriedenheit ist, worin der Unterschied zu Glück besteht, und, vor allem, was es braucht, um zufrieden zu sein. Die Frage nach der Zufriedenheit ist ein zentrales Thema der Philosophieschule der Stoa. Die Stoa hat ihren Ursprung in der griechischen Philosophie, unter anderem bei Aristoteles und Epikur, wie auch bei den römischen Stoikern wie Seneca und Marc Aurel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der stoischen Philosophie ist Zufriedenheit ein langfristiger Zustand innerer Ausgeglichenheit und Ruhe. Im Gegensatz dazu ist Glück ein eher flüchtiger Moment der Freude oder Euphorie. Vielleicht bin ich nach einem ausgezeichneten Essen glücklich, aber das reicht noch nicht für ein zufriedenes Leben. Zufriedenheit meint mehr als «sich gut fühlen»; sie entsteht von innen heraus, aus einer positiven Lebensbejahung und psychischem Wohlbefinden.</p>


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                    <div class="image-description text-start">Innere Ruhe statt äusserer Kontrolle: Ein zentraler Gedanke der stoischen Philosophie.</div>
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<p class="wp-block-paragraph">Dazu gehört auch, dass wir akzeptieren, dass es Dinge gibt, die wir beeinflussen können – zum Beispiel unsere Handlungen, unsere Wünsche – und andere, äussere Dinge, auf die wir keinen Einfluss haben, zum Beispiel den Tod. Zufriedenheit entsteht, wenn wir nur das wollen, was in unserer Macht liegt, und das andere akzeptieren. Dagegen entsteht Unzufriedenheit aus dem falschen Anspruch, äussere Dinge kontrollieren zu wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus dem philosophischen Nachdenken über Zufriedenheit lassen sich konkrete Handlungsanleitungen für unser heutiges tägliches Leben ableiten. So kann man sich fragen, was wirklich in meiner Macht liegt und was nicht? Ich kann beispielsweise beeinflussen, wie sorgfältig ich mich auf eine Aufgabe vorbereite, wie gewissenhaft ich sie ausführe, aber ich kann nicht beeinflussen, ob dieses Engagement tatsächlich zum Erfolg führt und durch andere anerkannt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anstatt frustriert oder verärgert zu sein, wenn die Anerkennung ausbleibt – also in einen Zustand der Unzufriedenheit abzugleiten – würden die Stoiker empfehlen: Kümmere dich um deinen Einsatz (das liegt in deiner Hand), nicht um das Ergebnis (das ist jenseits deiner Kontrolle). Eine solche Haltung vermindert den Druck, ohne deshalb in Gleichgültigkeit zu verfallen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Gedanke lässt sich auch unsere Zufriedenheit mit der eigenen Leistung anwenden. Heute bewerten wir unsere Leistung oft im Vergleich mit anderen, mit der Sichtbarkeit unserer Leistung. Die Stoiker sagen, entscheidend für unsere Zufriedenheit ist es, dass wir fair und sorgfältig gehandelt haben, gut gearbeitet haben, aber nicht, ob ich besser bin als andere. Also anstatt zu fragen: «War ich besser als die anderen?», könnte die wichtigere Frage sein: «Habe ich mein Mögliches vernünftig getan?» Diese Perspektive verschiebt den Massstab der Zufriedenheit von äusserer Anerkennung hin zur eigenen Haltung und zum eigenen Handeln.</p>


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                    <div class="image-description text-start">Ein Moment der Ruhe: Zufriendenheit wächst, wenn wir nicht allem hinterherjagen müssen.</div>
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<p class="wp-block-paragraph">Ein natürlicher Feind der stoischen Zufriedenheit sind die sozialen Medien. Eine wichtige Erkenntnis der Stoiker lautet nämlich: Es sind oft nicht die Dinge oder Ereignisse selbst, die uns beunruhigen, sondern die Vorstellungen, die wir davon haben. Die sozialen Medien verstärken genau solche Vorstellungen. Sie zeigen uns ständig Ausschnitte aus dem Leben anderer Menschen – scheinbar erfolgreiche Karrieren, spannenden Reisen oder perfekte Freizeitmomente. Daraus entsteht leicht das Gefühlt, etwas zu verpassen: FOMO – fear of missing out.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die stoischen Philosophen würden vermutlich einen anderen Blickwinkel empfehlen: Anstatt sich ständig zu fragen, was man vielleicht verpasst, könnte man sich bewusst überlegen, worauf man auch verzichten kann. Daraus ensteht ein aufbauender Gedanke: JOMO – joy of missing out. Die Freude daran, nicht überall dabei zu sein, nicht alles erleben zu müssen und auch einmal bewusst auszuwählen, was im eigenen Leben wirklich wichtig ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer stoischer Gedanke betrifft unsere Erwartungen. Unzufriedenheit entsteht häufig aus der Differenz zwischen Erwartung und Wirklichkeit. Wenn unsere Erwartungen immer weiter steigen, wird Zufriedenheit immer schwerer erreichbar. In einer Gesellschaft, die ständig Verbesserung, Wachstum und Selbstoptimierung fordert, geraten wir leicht in eine Spirale des «Noch mehr». Die stoische Philosophie setzt dem eine Haltung der Genügsamkeit entgegen: die Fähigkeit, das Vorhandene als ausreichend zu erleben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Interessanterweise finden sich ähnliche Gedanken auch in der modernen Psychologie wieder. Ansätze wie Achtsamkeit oder die kognitive Verhaltenstherapie betonen ebenfalls, dass nicht die Ereignisse selbst unser Wohlbefinden bestimmen, sondern unsere Bewertung dieser Ereignisse. Wer lernt, seine Erwartungen zu prüfen und zwischen beeinflussbaren und unbeeinflussbaren Dingen zu unterscheiden, gewinnt oft mehr Gelassenheit im Alltag.</p>



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                <p>Eine einfache Übung kann helfen, Zufriedenheit bewusster wahrzunehmen: Jeden Tag kurz aufschreiben, wofür man dankbar ist. Das können kleine Dinge sein – ein gutes Gespräch, ein schöner Spaziergang oder ein Moment der Ruhe.<br />
Die Stoiker empfahlen bereits, den eigenen Tag regelmässig zu reflektieren. Der römische Philosoph Seneca etwa schrieb abends über seine Gedanken und Handlungen, um bewusster zu leben.</p>
<p>Auch die moderne Psychologie bestätigt den Effekt solcher Übungen. Studien zeigen, dass Menschen, die regelmässig Dankbarkeit notieren, mehr positive Emotionen erleben, zufriedener mit ihrem Leben sind und Stress besser bewältigen.</p>
<p>Der Grundgedanke ist einfach: Wer bewusst wahrnimmt, was bereits gut ist, richtet seine Aufmerksamkeit weniger auf das, was fehlt.<br />
Eine Minute am Abend genügt: Drei Dinge aufschreiben – dafür bin ich heute dankbar.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Die wenigen Beispiele mögen verdeutlichen, dass etwas scheinbar Abgehobenes wie eine Philosophie der Zufriedenheit sehr wohl praktischen Nutzenhaben kann für das eigene Leben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht liegt die wichtigste Frage der Zufriedenheit deshalb gar nicht darin, wie wir möglichst viele glückliche Momente sammeln können. Entscheidend könnte vielmehr sein, welche Haltung zum Leben es uns erlaubt, auch in unvollkommenen Umständen ruhig und zufrieden zu bleiben. Gerade in einer Zeit ständiger Vergleiche kann diese Haltung zu mehr Gelassenheit führen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb lohnt es sich, immer wieder darüber nachzudenken, was uns in unserem Leben wirklich zufrieden macht. </p>
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		<title>Wann, womit, warum bist du zufrieden?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[UND Generationentandem]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 May 2026 09:42:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[(un)zufrieden]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was von vornherein klar sein muss: Es kommen hier ganz persönliche, nicht verbindliche Standpunkte zur Sprache. Und die drei geniessen eine eher bevorzugte Stellung im Leben; sie müssen sich nicht um die (materiellen) Grundbedürfnisse sorgen, die kaum Zufriedenheit zulassen, wenn sie nicht abgedeckt sind. Man schaue sich die Bedürfnis-Pyramide (nach Maslow) an, rät Valentin. Christine [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Was von vornherein klar sein muss: Es kommen hier ganz persönliche, nicht verbindliche Standpunkte zur Sprache. Und die drei geniessen eine eher bevorzugte Stellung im Leben; sie müssen sich nicht um die (materiellen) Grundbedürfnisse sorgen, die kaum Zufriedenheit zulassen, wenn sie nicht abgedeckt sind. Man schaue sich die Bedürfnis-Pyramide (nach Maslow) an, rät Valentin.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Christine Grüneisen (69), Musikerin</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Ehrgeiz, Position</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Musiker:innen haben wenig Möglichkeiten umzusteigen. An Lehrstellen wird man einmal gewählt; Sitze in Orchestern sind «Lebensstellen».</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte Glück, konnte viele Jahre als Pädagogin wirken. Musste mich auch da immer an neue Zeiterscheinungen anpassen und persönlich weiterbilden; konnte daneben als Freelancer in Orchester-und Kammermusik-Projekten mitspielen. Insgesamt eine sehr ausfüllende und befriedigende Zeit.<br>Ein Beispiel zum Ehrgeiz: Im Orchester der pensionierten Berufsmusiker, der «AHV- Philharmonie», wo ich Mitglied bin, gibt es immer noch ein Gerangel, wer die erste Geige spielt! Im Gegenzug freut sich ein ehemaliger Berliner Philharmoniker, wie ich, gute Musik zu spielen – auch im hinteren Rang – und den Kontakt zu Kolleg:innen zu pflegen!</p>



<h3 class="wp-block-heading">Risiko, Entscheide</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2000 entschied ich mich, für ein halbes Jahr eine Assistenz an der Yehudi Menuhin School in London anzunehmen: Um glücklich zu sein, musst du Risiken eingehen. Die Wohnung auflösen, eine Reise ins Ungewisse wagen! Offen und neugierig für Neues zu bleiben ist meine Devise; ohne Für und Wider zu entscheiden; dabei in der Handlung immer Würde und Selbstachtung zu behalten… Aber auch, wenn gute Gründe vorliegen, zu verzichten, zum Beispiel um den alternden Eltern nahe zu sein.<br>«Wir anstelle eines Ichs» wurde mir während der Corona-Zeit bewusst. Da haben sich die echten Freundschaften herausgeschält! Ich denke, ich sei aus jeder Krise oder Prüfung innerlich gestärkt hervorgegangen, positiv gewachsen.</p>


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                    <div class="image-description text-start">Christine Grüneisen: Musik, Erfahrung und der Austausch mit anderen prägen, was für sie Zufriedenheit ausmacht.</div>
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    </figure>



<h3 class="wp-block-heading">Ziele, Erfolge</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Langeweile verstehe ich nicht. Wer keine Ziele hat, wird depressiv. Wir brauchen Erfolgserlebnisse. So wie ich kürzlich meine Grenzen überschritten habe mit einer Beschwerde gegen ein grosses Bauunternehmen. Dabei geht es mir um Verantwortung, um nachhaltige Zukunft; ich weiss mich dafür einzusetzen – mit allen Konsequenzen.</p>



<blockquote class="custom-quote-block">
            <p>«Um glücklich zu sein, musst du Risiken  eingehen.»</p>
        
            <cite class="quote-author">Christine Grüneisen</cite>
    </blockquote>


<p class="wp-block-paragraph">Persönlich geht es mir gut. Ich muss nach der Pensionierung keine Erwartungen mehr erfüllen. Ich darf auswählen, mit wem ich spielen, auch experimentieren will. Wichtig sind Zeitinseln, die ich meinen Hobbys widme: Reisen, Lesen, Bewegen in der Natur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bemühe mich und hoffe, mit zunehmender Lebenszeit einen immer grösser werdenden «Lohn» als inneres Gefühl – Dankbarkeit, Erfüllung, Gelassenheit und Gesundheit – erfahren zu dürfen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Valentin Bär (29), Geograf, Planer</h2>



<h3 class="wp-block-heading">Ausbildung, Beruf(ung)</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Vor einem Jahr hat Valentin sein Studium in Geografie und Germanistik abgeschlossen; nach einem sechsmonatigen Praktikum in einem kantonalen Amt ist er neu in einem Planungsbüro tätig.<br>Studieren im Bologna-System bedeutet, dass du oftmals nur eine Nummer bist und dir vieles selber holen musst. Die Lehrenden agieren sehr unterschiedlich, nicht immer «zielgruppengerecht»: Sie interessieren sich zu wenig für ihre Gegenüber. Trotzdem ist Valentin mit seinem Studium zufrieden – auch mit den Noten. Er stellt nämlich Ansprüche an sich selbst. Was er hätte verbessern können: seine Vernetzung, seine Kontakte; oft hat er allein gekämpft.</p>



<blockquote class="custom-quote-block">
            <p>«Ich bin recht schnell zufrieden. Im Beruf geht mir Kritik nahe, beschäftigt mich stark – da habe ich noch zu lernen.»</p>
        
            <cite class="quote-author">Valentin Bär</cite>
    </blockquote>


<p class="wp-block-paragraph">Sehr gern erinnert er sich ans anschliessende Praktikum, wo man sich um ihn bemüht und ihm sinnvolle Aufträge gegeben habe. Wenn er in einer Tätigkeit den Mehrwert erkennt, den sie bringt, ist er zufrieden. Er sieht nun seinen Beruf – und vielleicht gar die «Berufung», die ja dahinter stecken könnte – sollte?</p>



<h3 class="wp-block-heading">Veränderung, Veranlagung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Valentin möchte, wenn möglich, an einer Stelle bleiben. Das Zwischenjahr war stressig, und er mag Unsicherheit nicht. Ein Job muss fordern, ja; wenn das Umfeld, das Team stimmt, will er die «Komfortzone» nicht verlassen. So liebt er es auch nicht umzuziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stress kann ihn schon mal überfordern; doch insgesamt hält er sich für resilient. «Ich bin recht schnell zufrieden», sagt er. Im Beruf geht ihm Kritik nahe, beschäftigt ihn stark – da habe er noch zu lernen. Vieles mag einem angeboren sein – aber der «antrainierte Teil» ist ebenfalls wichtig. Von seinen Eltern hat Valentin Gelassenheit erfahren. Für negativ hält er, wenn Kinder ohne Lob aufwachsen, dabei zu Perfektion getrieben – und nie zufrieden werden.</p>


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<p class="wp-block-paragraph">Er weiss, dass im Berufsleben die Ansprüche steigen werden; etwa, dass er zunehmend wird erreichbar sein müssen. Dass es nötig sein wird, sich abzugrenzen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Freiheit, Verzicht</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Man sollte ein Gefühl dafür entwickeln, was man wirklich braucht. Man bekommt heute so viele Vergleichswerte; man orientiert sich an Mitmenschen, man meint, «auch zu müssen». Konstruierte Bedürfnisse entstehen. Ein Einfamilien-Haus zu haben, ein Auto: Je nach sozialem Umfeld sind das unumgängliche Statussymbole.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch welche Filter schützt man sich? Valentin benützt keine Sozialen Medien. Gilt es denn zu verzichten? Wesentlich ist ihm die Freiheit, selber zu entscheiden. Doch Verzichten wird häufig als Einschränkung der Freiheit dargestellt. Die Klimafrage bietet da treffende Beispiele: Es ist klar, dass wir bestehende Narrative und Praktiken ändern müssen – aber wie? Verzicht ohne Verbote wäre ideal; doch ist das machbar?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Heinz Gfeller</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Sollte man zuerst unterscheiden: zwischen der «kleinen» und der «grossen Zufriedenheit»? Was befriedigt mich im Alltag, wo habe ich Glücksmomente? Andrerseits: Wie schaue ich auf mein ganzes Leben? Dies sind private Zufriedenheit. Darüber hinaus gibt’s die Weltlage. Will ich an die auch denken?<br>Wichtig ist bestimmt, wie hoch ich meine Erwartungen schraube. An mich selbst, aber auch an mein Umfeld. Was die Bedeutung der Berufsarbeit angeht, so meine ich, man müsse sie hoch einschätzen. In meiner Lebensbilanz wird sie zentral sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kann ich etwas dafür, wenn einiges glücklich herauskommt? Ich bin überzeugt, dass ein «glückliches Naturell» viel ausmacht. Das Positive sehen, Distanz, Geduld, Humor bewahren können – so wichtig für einen Lehrer! –, das habe ich einfach mitbekommen. Vielleicht auch die Fähigkeit zum Verzicht – der oft gar nicht als das erscheint. So fällt es leichter, zufrieden zu sein. Was nicht heisst, sich selber nicht kritisch anzuschauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Welt bin ich nicht zufrieden. Mit mir? </p>



<blockquote class="custom-quote-block">
            <p>«Wichtig ist nicht, immer glücklich zu sein, sondern zu spüren: Was tut mir gut?»</p>
        
            <cite class="quote-author">Valentina Kobluk</cite>
    </blockquote>


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                <h3><strong>Checkliste</strong></h3>
<p>Valentina Kobluk (56)</p>
<p>Zufriedenheit ist ein schönes Wort. Warm, rund, fast wie ein ruhiger Atemzug. Und doch – niemand ist immer zufrieden. Und das muss auch nicht sein.</p>
<p>Wir alle bewegen uns im Leben zwischen zwei Polen: Momenten, in denen es uns gut geht – und Momenten, in denen etwas fehlt.</p>
<p>Dazwischen liegt unser persönlicher Balancepunkt. Er verändert sich, und das ist normal.</p>
<p>Zufriedenheit ist kein Dauerzustand. Manchmal fühlen wir uns ruhig und sicher. Manchmal sind wir gestresst, unsicher oder erschöpft. Beides gehört zum Menschsein.</p>
<p>Wichtig ist nicht, immer glücklich zu sein, sondern zu spüren: Was tut mir gut? Was nehme ich mir zu sehr zu Herzen? Was möchte ich vielleicht verändern?</p>
<p>Unzufriedenheit ist kein Fehler, sie ist ein Hinweis. Ein kleines Zeichen: «Hier lohnt sich ein Blick.» Wie können wir unseren Balancepunkt stärken?</p>
<p>Es braucht keine grossen Methoden. Oft reichen kleine, einfache Schritte im Alltag:</p>
<ul>
<li><strong>Gefühle wahrnehmen<br />
</strong>Kurz innehalten und fragen: Wie geht es mir heute wirklich?</li>
<li><strong>Mit jemandem sprechen</strong><br />
Ein kurzes Gespräch kann vieles ordnen.</li>
<li><strong>Etwas Kleines verändern</strong><br />
Ein Spaziergang, ein «Nein», ein freier Abend – kleine Schritte geben neue Kraft.</li>
<li><strong>Ruhe-Inseln schaffen</strong><br />
Ein paar Minuten Pause, Musik, warmes Wasser – einfache Rituale beruhigen das Nervensystem.</li>
</ul>
<p>Warum lohnt sich das?<br />
Weil ein gesunder Mix aus Zufriedenheit und Unzufriedenheit, Stress reduziert, die innere Stärke fördert, Beziehungen verbessert, Orientierung im Alltag gibt.</p>
<p>Zufriedenheit ist kein Ziel, das man erreicht. Sie ist etwas, das man pflegt – Schritt für Schritt, Tag für Tag.</p>
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