Glace – auch im Winter!

Glace – auch im Winter!

Ein Tandem hat sich dem Schwerpunktthema kulinarisch angenähert. Entstanden sind zwei Rezepte für Speiseeis und eine Ansammlung an Informationen über das heissgeliebte Glacé.

Ewig dieses Eis! 

Gletscherzungen in den Bergen, Gletscherzungen in unseren  
Mündern – lebendige Natur? 

Jürg Krebs (74) 

Gletscherzungen lecken 
an dem warmen Föhn 
Eiswasser läuft ihnen im 
Gletscherbauch zusammen 
dann speien sie aus ihrem Gletschermunde Bäche – 
die Zungen werden kürzer. 

Im Bären Rössli Kreuz 
gibt’s oft nur Eis zum Dessert 
und wenn ich reklamiere 
gibt’s einen Blick aus Eis. 
Alle sind zu faul 
mir einen Kuchen zu backen 
mir Crème zu kreieren 
mir Fruchtsalat zu schnetzeln 
mir Schoggimousse zu gönnen 
jahrein–jahraus das Packeis 
aus einem Plastikpack – 
von diesem Wirtepack! 

Nun auch an allen Ecken 
in südlichen Eisdielen 
Wasserglace schlecken 
bis meine arme Zunge 
zur Gletscherzunge wird. 
Ich kauf’ mir einen Mini-Föhn 
und taue alles auf: 
Zähne Lippen Zungen 
Glacen Torten Coupen 
Cornets und Eisbecher. 
Ich schrei in hohen Tönen: 
Ewig dieses Eis – lecke doch wer will! 

Das ewige Eis der Restaurants. – Bild: Jürg Krebs

Idee für GeniesserInnen: Jürgs Winter-Coupe 

Zutaten pro Person: 

  • 1 – 2 Biskuits (Brownies oder andere mit Schokolade und Nuss drin) 
  • ½ dl Portwein oder Traubensaft pro Person 
  • Rahmglace mit den Aromen Stracciatella und Vanille 

Vorbereitung:  

Biskuits zerkrümeln 

Zubereitung: 

  1. Portwein / Traubensaft erwärmen (nicht zum Kochen bringen) 
  2. Von beiden Glace-Sorten eine 3 bis 4 Zentimeter dicke Scheibe abschneiden und auf einem Dessert-Teller anordnen. 
    Oder: Glace-Kugeln halbieren, Fläche nach oben auf den Teller.
     
  3. Warmen Portwein oder Traubensaft über die Glace-Scheiben giessen.
     
  4. Biskuitkrümel auf die Glacestücke verteilen. 
  5. Nach Belieben mit Rahmtupfern verzieren. 

Zur Geschichte von Eiscrème 

In China stand bereits vor 5000 Jahren Eis auf dem Speiseplan. Ganze Eislager befanden sich tief unter dem Erdboden in Kellern, die mit Holz ausgekleidet waren. Auch Alexander der Grosse sowie die Römischen Kaiser liebten Eis, das vermischt wurde mit Honig, Beeren, Gewürzen und Wein oder Rosenwasser. Aus der Zeit von Kaiser Nero ist überliefert, dass Schnee und Eis aus den Bergen von Schnellläufern nach Rom gebracht wurde und wehe, wenn die Ware unterwegs schmolz! Der Bote wurde den Löwen zum Frass vorgeworfen. Im 13. Jahrhundert beschrieb Marco Polo nach seiner Rückkehr aus China eine Kältemischung aus Schnee und Salpetersalz.

Die Italiener waren Pioniere in der Kunst der Eisbereitung. Den ersten Eissalon in Paris eröffnete Procopio Castelli im Jahr 1651. Im 19. Jahrhundert wurden dann verschiedene Patente zur Eisherstellung angemeldet, mit flüssigem Ammoniak oder mit Flüssigstickstoff. Erst im 20. Jahrhundert soll Frank Eppson mit einem Holzstiel Limonade umgerührt und diese am offenen Fenster aus Vergesslichkeit über Nacht stehen gelassen haben, worauf er am Morgen Eis am Stiel vorfand und dieses zum Patent anmeldete. Softeis gibt es seit 1930 und wurde wohl in England erfunden. 

Seit tausenden von Jahren gibt es das Eis. Heute wird es auch als Dekoration gebraucht. – Bild: Jürg Krebs

Eis-Zeit  

Beim Gedanken an Glace läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Deshalb ist es für mich kaum vorstellbar, den ganzen Winter darauf zu verzichten. Wieso auch? Wer die Kekse nach Weihnachten langsam satt hat, geniesst zum Kaffee lieber eine winterliche Kugel Eis. Und weil Selbstgemachtes am besten schmeckt, haben wir uns leckere  
Rezepte für verschneite Tage ausgedacht. 

Darleen Pfister (16) 

Winter duftet für mich nach Zimtschnecken, Apfelpunsch und Kaminfeuer. Glücklicherweise lässt sich alles kombinieren: In einer Kugel Eis, die man vor dem knisternden Feuer geniesst. Passend dazu habe ich mir ein Rezept einfallen lassen und an einem kalten Sonntag gleich ausprobiert. 

Apfel-Zimt-Glace:

Zutaten für 4-6 Portionen 

• 2 kleine Äpfel 

• 2 EL Calvados 

• 1 EL Zitronensaft 

• 250g Mascarpone 

• 200g Crème fraîche 

• ½ TL Zimt 

• 60g Puderzucker 

Die Äpfel schälen, rüsten und pürieren. Sofort mit Calvados und Zitronensaft vermischen.  

In einer anderen Schüssel Mascarpone und Crème fraîche geschmeidig rühren. Zimt, Puderzucker und das Apfelpüree dazugeben. Umrühren, bis eine glatte Masse entsteht.  

Zubereitung mit Eismaschine: Nach Bedienungsanleitung. Am besten schmeckt die Glace, wenn man sie sofort isst. Allerdings lässt sie sich auch einfrieren und zu einem späteren Zeitpunkt geniessen. 

Zubereitung ohne Eismaschine: Die Masse in einen gefriertauglichen und verschliessbaren Behälter geben. In den Gefrierschrank stellen und alle 30-45 Minuten kurz umrühren, bis sie gefroren ist. Das Eis eventuell in Scheiben schneiden.  

Mein Tipp: Zu zweit ist Glace machen doppelt so lustig. Schnappen Sie sich einen Partner, eine Partnerin und einen Schwingbesen und dann guten Appetit! 

Darleens leckere Apfel-Zimt-Glacé! – Bild: Darleen Pfister
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