In der Dachsartgalerie im Herzen von Bern ist passend zur kommenden Jahreszeit die erste Einzelausstellung der Berner Künstlerin Julia Maurer mit dem Titel «Immer wieder Frühling» zu sehen. Die märchenhaften Bilder im surrealen Stil laden sowohl zum Träumen wie Reflektieren ein.
Montag, 16.02.2026
Ausstellung 5. bis 28. Februar 2026
Julia Maurer (www.julia-andrea.ch). Immer wieder Frühling.
Wo: Dachsart Galerie Bern, Postgasse 34
Öffnungszeiten: Do 16–19h | Fr 16–19h | Sa 13-17h
Julia Maurer (*1985) hatte bereits als Kind ihre Liebe fürs Zeichnen und Malen entdeckt. Nebst einer Floristenlehre sowie späteren Ausbildung zur Pflegeassistentin hat sie in Bern den Vorkurs der Schule für Gestaltung besucht und sich anschliessend vorwiegend autodidaktisch weitergebildet. Dabei hat sie eine eigene Maltechnik entwickelt, bei der sowohl Filz- und Farbstifte wie Acrylfarbe zur Anwendung kommen sowie ein grossformatiger Karton als Unterlage. Ihre Werke, eine Kombination von Zeichnung und Malerei, erzählen Geschichten in einer ganz eigenen Bild- und Symbolsprache. Sie bewegen sich zwischen Traum und Realität, Positiv und Negativ, Heiterkeit und tiefem Ernst.
So luftig, leicht und farbenfroh die meisten der ausgestellten Bilder wirken, so tiefgründig und ambivalent imponieren die gemalten Sujets: Die Figuren, meist Mischwesen zwischen Mensch und Tier, mal freundlich lächelnd, dann wieder monsterhaft, stehen sich in ihrem Äussern, aber auch in ihrem Tun engelhaft und diabolisch gegenüber. Diese Dialektik erscheint bei vielen Werken als Leitmotiv. Es sind traumähnliche «Seelenbilder», die von Ambivalenz und der Kraft des Lebens berichten: Zwei Gegenwelten, häufig getrennt in beide Bildhälften, repräsentieren Gut und Böse, Freud und Leid, Leben und Tod. Doch ganz so einfach ist die Entscheidung nicht, die beiden Pole nicht immer sofort erkennbar: So ist beispielswese auf dem Doppelbild «schwarzes Pferd-weisses Pferd» das Schwarze, das meist mit Dunkelheit assoziiert wird, das Gute und das weisse Tier, dass an Licht denken lässt, das Zerstörerische.
Drei blühende Lebensbäume voller Früchte und Figuren erzählen ebenfalls von Lichtgestalten und dunklen Mächten, wobei das Positive bei Weitem überwiegt. Die kleinen Monster sind eingeschlafen, der Löwe streckt keck die Zunge heraus, so dass man sich kaum vor ihm fürchtet und an der Zunge der Schlange, die an den biblischen Sündenfall erinnert, hängt einer der vier Schlüssel, die zum Herzen führen. Schwebende Frauenfiguren tragen auf der Stirn ein einziges inneres Auge voller Bewusstsein und Erleuchtung. Die märchenhaften Bilder strahlen eine Verspieltheit und Leichtigkeit aus, die auch Kinderherzen Zugang bieten.