Ein Generationen-Stück

«Liebe Grüsse – oder Wohin das Leben fällt»: Ein Generationentandem hat das Theater besucht, mit dem Publikum gesprochen und auf der Heimfahrt über das Stück philosophiert.

Mara Brügger, Annemarie Voss

«und» war an der Premiere von «Liebe Grüsse – oder wohin das Leben fällt» im Schauspielhaus Zürich und hat mit den ZuschauerInnen gesprochen.

Bereits am Anfang unseres Schauspielhausbesuches wurde uns die familiäre Stimmung des Schiffbaus gezeigt. Sogar der Regisseur kam auf uns zu, mit welchem wir noch einige Worte wechseln konnten.   «Die von der Presse» scheint man zu kennen und dadurch fühlten wir uns sofort sehr willkommen und wohl.

Schon das Betreten des Theatersaals macht uns neugierig. Eine Bühne in der Mitte des Raums, schmal wie ein Laufsteg, auf dem nicht viel Schauspieler Platz finden würden. Das Publikum sitzt links und rechts der Bühne.

Bild: Schauspielhaus
Bild: Schauspielhaus

Das Stück beginnt und sofort wird man in die Geschichte getragen. Sie handelt von Fabian, seinem Sohn Moritz und der Mutter, beziehungsweise der Grossmutter, welche seit Jahren unter Panikattacken leidet, weil sie ihren Mann verloren hat. Man merkt schnell, dass sie etwas verrückt ist. Moritz findet vieles über seine Grossmutter und seinen Vater heraus, indem er auf mysteriöse Weise in die Zeit zurückkehrt, in der sein Vater gleich alt gewesen ist wie Moritz jetzt. Moritz merkt schnell, dass Fabian stark darunter gelitten hat, dass sein Vater so oft auf Reisen  und deshalb eigentlich nie zu Hause gewesen war. Fabian hat  jedoch immer Postkarten geschickt, die seine Mutter sehr gut gekannt hat. Später in der Geschichte erfährt man den  Grund, warum Fabians Vater die weite Welt bereist hat, aber nicht, warum er irgendeinmal gar nicht mehr zurück gekommen ist.

Von Anfang bis Ende des Stücks war man emotional sehr nahe bei den Figuren. Die häufigen Projektionen auf durchsichtige Vorhänge wirkten sehr gut und gaben einem das Gefühl, mitten drin zu sein. Musik half perfekt, die Stimmungen der einzelnen Figuren zu verstehen.

Daniel Kuschewski, Lina Hoppe und Grégoir Gros haben die Figuren überzeugend  verkörpert. Egal ob kleiner Junge, Vater, Mutter oder Grossmutter, war immer nachvollziehbar, in welchem Lebensabschnitt sie sich gerade befinden. Für diese Leistung gebührt auch dem Autor/Regisseur Theo Fransz grosse Anerkennung.

Das Stück berührte sehr und lehrte einem, nicht vorschnell zu urteilen: meistens steckt mehr dahinter als nur das, was man sieht.


Mehr zum Stück auf der Webseite des Schauspielhauses Zürich.

Das Tandem Mara Brügger und Annemarie Voss nach dem Theaterbesuch. – Bild: Mara Brügger

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