Feministische Thementage – wir haben in den Film «Kairo 678» reingeschaut

Im Rahmen der feministischen Thementage im alternativen Kultur Zentrum (AKuT) in Thun besuchen ältere und jüngere Frauen von «und» mehrere Veranstaltungen.

Eine Gruppe von etwa etwa 15 Frauen und ein paar Männer haben sich den Film «Kairo 678» angeschaut. Er war verstörend, auch wenn das Thema Übergriff auf Frauen bestens bekannt ist. Spätestens seit der Silversternacht 2015/16 in Köln redet man über Grapscher. Auch ein paar Frauen von «und» waren dabei. Ihre Eindrücke zum Film schildern sie gleich nach dem Trailer zum Film.

Im Film ging es um drei Frauen aus verschiedenen sozialen Schichten, die erschreckende Erfahrungen mit Übergriffen gemacht haben. Unverständlich waren allerdings auch die Reaktionen aus dem Umfeld der Betroffenen. Über die verschiedenen Aspekte haben wir im Anschluss an den Film diskutiert.

Mariëlle Schlunegger: Ein fesselnder Film, der die komplexen Facetten von sexuellen Übergriffen auf Frauen in Kairo, wie auch das gesellschaftliche Verständnis von Frauen in dieser Kultur aufzeigt. Im Verlauf des Films spitzt sich die Situation zu. Die Frauen zeigen stellvertetend für viele andere Betroffene unglaublich viel Stärke. Ich stellte mir selber die Frage, inwiefern sich diese Sachverhalte auf das Leben bei uns übertragen lassen? Kennen wir selber unsere ganz persönlichen Grenzen und können wir diese anderen Personen gegenüber durchsetzen?

Erika Kestenholz: Gemäss der Warnung auf dem Programm war ich auf brutale Szenen gefasst. Natürlich ist es für die Frauenbegrabscher in den überfüllten Bussen ein äußerst schmerzhaftes Erleben, aber nicht wirklich bedrohlich. Ich bewundere die Zivilcourage der drei Frauen. Obwohl sie grosse Angst haben, tun sie etwas, und es bewirkt ein Umdenken.

Jana Daepp: Der Film berührte und verstörte mich zugleich. Ich konnte erschreckend gut mit den ägyptischen Frauen mitfühlen, von denen sich eine gar mit dem Messer gegen einen «Grabscher» zu wehren begann. In der anschliessenden Diskussion wurde unter anderem angesprochen, dass es den Grabschern nicht nur ums sexuelle gehe, sondern auch sehr stark darum, das Machtgefälle Mann – Frau zu untermauern und somit den Frauen mit der Würde auch die Stärke sich zu wehren zu nehmen.


Im Rahmen der feministischen Thementage finden bis am 7. April 2018 weitere spannende Veranstaltungen im Akut statt:

Lichtworkshop für Frauen, Transkinder, Kräuterworkshop, Safer Sex und vieles mehr. Informieren Sie sich über das Programm unter https://akut-thun.ch/

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