Im Thun-Panorama geht es drunter und drüber

Zum ersten Mal treffen sich Menschen verschiedener Generationen im Thun-Panorama, um nach Geschichten zu suchen. Ein Nachmittag zwischen den Zeiten und Generationen.

Eintauchen in eine vergangene Welt.
Eintauchen in eine vergangene Welt.

Zum ersten Mal treffen sich Menschen verschiedener Generationen im Thun-Panorama, um nach Geschichten zu suchen. Ein Nachmittag zwischen den Zeiten und Generationen.

Text: Elias Rüegsegger (20), Bilder: Manuel Meister (20)

Draussen Blumen und drinnen Fantasie, es blüht an diesem Sonntagnachmittag im und um’s Thun-Panorama. Jung und Alt bewegen sich gedanklich gemeinsam in eine längst vergangene Zeit. Zusammen suchen sie nach einer Idee für eine Geschichte, die sie entwickeln können. Doch der Reihe nach.

Mirjam Helfenberger mit ihrem Instrument «Hang».
Mirjam Helfenberger mit ihrem Instrument «Hang».

Klänge des Instruments «Hang» von Mirjam Helfenberger, Malerin und Musikerin, verbreiten sich wellenförmig in der Rotunde des Thun-Panoramas. «Hang» heisst das Instrument, weil sich diese abgerundete Halbkugel aus Metall mit der Hand spielt: «dieses perkussive Instrument verbreitet eine wohlige Akustik in diesem tollen Raum», sagt die 49-jährige Helfenberger.

Von den Klängen gewärmt stehen 13 junge und ältere Menschen im recht kühlen Raum mitten im Schadau-Park. Nun ergreift Peter Herren das Wort. Er will die Fantasie der sechs Generationentandems anregen. Vier Szenen greift er aus dem Rundbild von Thun auf. Eine davon: «Arabische Vollbluthengse statt Haflinger.»

«Ein riesiges Rundbild zeigt die Stadt Thun vor 200 Jahren. Das ist der Ausgangspunkt von sechs Geschichten, die heute hier entstehen sollen», erklärt Rut Reinhard vom Kunstmuseum Thun die Idee des Nachmittags. Am Sonntag, 19. April finden genau dafür sechs junge Menschen von «und», sowie sechs SeniorInnen von Radio 60+ den Weg ins Café drunter und drüber.

Elisabeth Sprecher (66) und Demian Thurian (17), schauen das Rundbild von Maler Marquard Wocher gemeinsam an. Auf der Suche nach ihrer Geschichte bleiben ihre Blicke an zwei Katzen hängen. Auf einem Dachgiebel fauchen sich eine getigerte und eine schwarze, mit weissen Flecken gemusterte Katze gegenseitig wütend an. Anhand dieser Szene entwickeln die 66-Jährige und der 17-Jährige eine actionreiche Geschichte einer Katzenjagd durch die Stadt Thun.

Jung und Alt stecken die Köpfe zusammen. Das ist die Idee des Café drunter & drüber. Nach einer knappen Stunde kreativer Arbeit tauschen die GeschichtenerfinderInnen ihre Werke aus, rhythmisiert durch Mirjam Helfenbergs Klänge. Diese Geschichten wollen wir Ihnen nicht vorenthalten.


Geschichten aus dem Thun-Panorama

Die Katzen und ihr Vogel
Der Streit zweier Katzen, ein toter Vogel und eine enervierte Frau. Die Geschichte aus dem Thun-Panorama von Elisabeth Sprecher (66) und Demian Thurian (17).

Kaminfeger «Küsu» und seine Flugmaschine
Der Kaminfeger «Kusi» ist ein tiefsinniger Mensch. Eine Geschichte von Livia Thurian (20) und Annamaria Straubhaar (63).

Lohners neuer Westen
Geht es nach dem schwerreichen Geschäftsmann von Graffenried, wird sich in Thun in nächster Zeit so einiges tun: Der Berner hat visionäre Ideen. Eine Geschichte von Annemarie Voss (70), Herbert Hubacher (67) und Annina Reusser (20).

Der schöne Fremdling
Die Faszination des Fremdländischen war schon in Thun vor rund 200 Jahren ein Thema. Eine Geschichte von Miriam Lenoir (21) und Alice Kauer (82).

Eine Liebesgeschichte
Heimlich klettert Kusi durch die Dachluke aufs Dach, um seine Geliebte zu besuchen. Eine Geschichte von Hanni von Bergen (86) und Jana Daepp (20).

Zeit zum Regieren
Zeit ist Geld. Auch Regierungszeit. Aber was hat das mit dem Türmchen auf dem Freienhof zu tun? Eine Geschichte von Barbara Zbinden (45) und Selina Farine (20).

Impulsgeschichten
Für das erste «Café drunter & drüber» erzählte Peter Herren vier Impuls-Geschichten. Diese können hier exklusiv gelesen werden.


Café drunter & drüber: Generationen im Thun-Panorama

Dieses Projekt ist Teil von Generationen im Museum (GiM). Begegnungen von Menschen unterschiedlicher Generationen in Museen der Deutschschweiz sollen damit gefördert werden. Im Thun-Panorama entsteht ein Café drunter & drüber: Personen verschiedener Generationen sind eingeladen, miteinander Geschichten zu (er)finden, welche im 200-jährigen Rundbild von Thun spielen. Das Café will die Zusammenarbeit von Interessierten fördern, die sich mit Menschen, die 15 Jahre jünger (drunter) oder älter (drüber) kreativ auseinandersetzen wollen. Für das Café drunter & drüber ist das Kunstmuseum Thun verantwortlich. «und» das Generationentandem begleitet das Projekt neben Radio 60 Plus als Partner.

Das Thun-Panorama.
Das Thun-Panorama.

One Response to “Im Thun-Panorama geht es drunter und drüber”

  1. Ich finde es toll, dass das Rundbild so viele Geschichten auslöste und diese generationenübergreifend formuliert wurden.
    Einige Geschichten müsste man weiterspinnen zu einem Beitrag im print. Warum nicht einmal im Dialogteil viel Platz für Geschichten zur Verfügung stellen?

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