SchülerInnen zeigen mit Bildern: Das bedeutet für mich krank und gesund

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: Sechs GestalterInnen einer Oberstufenschule drücken sich mit ihrer Bildsprache zum Thema «krank und gesund» aus. Wir waren in einer Atelierstunde dabei.

Konzentrierte Kreativität. – Bild: Hansruedi Käppeli

20. November 2018, ein trüber Novembertag. Heute besuche ich die GestalterInnen der Kunst- und Sportklassen Thun. Eine Wendeltreppe führt mich zum Dachstock von Franziska Fahrnis Haus. Hier befindet sich ihr Atelier und hier begleitet sie, die gelernte Grafikerin, einmal in der Woche fünf Mädchen und einen Jungen auf deren Weg, sich mit Hilfe von Stift und Pinsel immer präziser ausdrücken zu können. Durch zwei grosse Dachfenster flutet Licht in den Raum. Die jungen KünstlerInnen arbeiten konzentriert an ihrem Werk zum Thema «krank und gesund». Ich möchte erfahren, wer sie sind und was sie am Zeichnen, Malen und Gestalten fasziniert.

Im Atelier: Bilder werden in der Runde gemeinsam besprochen. – Bild: Hansruedi Käppeli

Jorina Scheidegger (15) sagt zu ihrem Bild: «Das Herz ist das wichtigste Organ des Menschen.

Das Herz als wichtigstes Organ. – Bild: Jorina Scheidegger

Es birgt Glück, Trauer, Freude und noch vieles mehr. Ist das Herz krank, ist der Mensch krank. Nicht nur körperlich, auch geistig.» Wie es zum jetzigen Zeitpunkt aussieht, wird Jorina im nächsten Sommer eine Lehre als medizinische Praxisassistentin beginnen.

Lija Venghaus (13) zeichnet, seit sie einen Stift halten kann. Ihre bevorzugten Motive sind Eulen und Federn. In ihrer Arbeit für die aktuelle «und»-Ausgabe zeigt sie Früchte und Süssigkeiten.

Bunte Süssigkeiten und Früchte. – Bild: Lija Venghaus

     

Sie sagt: «Mir gefällt mein Bild, weil es sehr bunt ist.»

Lena Schmid (13) möchte später etwas in Richtung Architektur studieren.

Gegensätzliche Wohnformen. – Bild: Lena Schmid

Sie stellt auf ihrem Bild einer unwirtlichen Masse gesichtsloser Betonbauten ein wohnliches Haus gegenüber und kommentiert: «Lerne die kleinen Dinge schätzen. Nicht alles muss grösser, nützlicher und effizienter werden. Ich ziehe auf jeden Fall das kleine Haus den farblosen, monotonen Blöcken vor.»

Jan Scheich (15) zeichnet am liebsten Landschaften und Objekte. Ihn fasziniert, dass es beim Zeichnen und Malen unendlich viele Möglichkeiten gibt, etwas darzustellen.  Nach der Schule möchte Jan Landschaftsplaner werden.

Krank und gesund: Der Lebensbaum. – Bild: Jan Scheich

Zu seinem Lebensbaum schreibt er: «Ich finde, mein Bild drückt Gesundheit/Krankheit gut aus, und ich bin sehr stolz darauf.»

Jana Bally (13) frage ich, was sie am liebsten zeichne. Ihre Antwort: «Tiere, vor allem Katzen, aber auch Personen. Katzen, weil ich Tiere mag, und Personen zu zeichnen fasziniert mich.»

Kontrast zwischen Bunt und Schwarzweiss. – Bild: Jana Bally

Zu ihrem Bild sagt Jana: «Es lebt vom Kontrast bunt-unbunt, der, so glaube ich, deutlich zeigt, was krank ist, aber auch, was wieder gesund machen kann.»

Sara Loosli (15) fasziniert am meisten, auf dem Papier Personen zum Leben zu erwecken. Essenziell sei dabei, die Augen zum Leuchten zu bringen. Es heisse ja nicht umsonst: «Die Augen sind das Tor zur Seele.»

Angsterfüllte Augen einer äusserlich gesunden Frau. – Bild:Sara Loosli

Zu ihrem Bild meint sie: «Ich stelle eine junge, gesunde Frau dar, die innerlich krank und verseucht ist. Die Formen und Farben, die aus ihrem Kopf entspringen, sollen dunkel, verdorrt und verrottet wirken.»