Falsche Wahrheit Dossier Feindbilder

Eine wichtige Rolle bei Feindbildern spielen Fake-News. Sie sind zumindest mit ein Grund dafür, dass Donald Trump US-Präsident ist. Auf Fakenews reinzufallen ist ebenso wenig eine Option, wie niemandem mehr zu vertrauen.

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Elias Rüegsegger (22)

Ein Feindbild ist die ideale Projektionsfläche für schlechte Gedanken und Gefühle, die man gerne in die Welt hinausposaunen möchte. Donald Trump hat genau diese Gedanken und Gefühle angesprochen, um ins Weisse Haus zu kommen. Er stellte dreiste Behauptungen über Hillary Clinton, Barack Obama und die Medien auf. Manches ist stark verzerrt, anderes schlicht gelogen.
Eine wichtige Rolle bei Feindbildern spielen Fake-News. Während des US-Wahlkampfes wurde die falsche Meldung, dass der Papst Trump unterstütze, in den sozialen Medien öfter gelesen und verbreitet als die fundierten Artikel der «New York Times». Wie soll ich darauf reagieren? Und wem soll ich glauben?

Zwei Gefahren

Es gibt zwei Gefahren: Entweder, wir fallen direkt auf solche Fake-News herein. Oder: Wir trauen überhaupt niemandem mehr. Verschwörungstheorien locken dann: Es sind die Chemtrails, durch sie werden wir alle gesteuert. Es ist die Lügenpresse, sie erfindet alle News. Es ist das Establishment, das uns alle hintergeht.

Entweder, wir fallen direkt auf solche Fake-News herein. Oder: Wir trauen überhaupt niemandem mehr.

Das Verlockende an Verschwörungstheorien: Ich kann sie einfach mal aufstellen und damit alles erklären. Niemand kann mir darauf etwas entgegnen. Das Gefährliche an Verschwörungstheorien: Sie machen mich immun gegen das, was wirklich ist. Was also tun? Kritisch verschiedene zuverlässige Medien konsumieren, Bücher lesen und nicht nur mit Gleichgesinnten sprechen. Offen bleiben und sich nicht auf ein Feindbild einschiessen.

Elias Rüegsegger
Elias Rüegsegger über Feindbilder und falsche Wahrheiten. – Bild: Manuel Meister

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