Das Begegnungszentrum im Höchhus ist mit den notwendigen Brandschutzmitteln ausgerüstet. Geschäftsstelle und zahlreiche freiwillig Engagierte von UND Generationentandem besuchen den Kurs «Ausbildung Kleinlöschgeräte» bei der freiwilligen Feuerwehr Steffisburg regio.
Donnerstag, 21.05.2026
«In der Feuerwehr sind wir alle per Du. Da pressiert’s meistens und wir haben keine Zeit für Formalitäten, so auch hier» eröffnet Michael Bühler, Hauptmann Kommando der Feuerwehr Steffisburg regio, den Theorieteil und zeigt die erste Folie der «Ausbildung Kleinlöschgeräte».
Einige Folien und kurzweilige Frage-Antwort-Spiele später wissen die Kursteilnehmenden der Geschäftsstelle und die vielen freiwillig Engagierten
Vor allem aber heisst es Ruhe bewahren, betont Michael Bühler etwas angestrengt mit heiserer Stimme. Nein, er sei nicht krank, bloss sei der FC Thun Meister geworden…
Im Begegnungszentrum gibt es eine Brandmeldeanlage, die im Brandfall nach 2-3 Minuten automatisch Alarm auslöst, die aber – wenn’s schnell gehen muss – auch manuell betätigt werden kann. Da sind Rauchmelder, die akustisch vor Rauchgasunfällen warnen, ein Hauslöschposten und Feuerlöscher.
Dennoch rät Michael Bühler: Lieber einmal zu viel oder zu früh die Nummer 112 (international) oder 118 (Zentrale Thun) zu Hilfe rufen, denn Fehlalarme seien zu verschmerzen und 1x pro Jahr gar unentgeltlich. Die Feuerwehr wird in jedem Fall 10 Minuten später vor Ort sein.
Nach dem ausgelösten Alarm ist dies die Reihenfolge: Menschen, Tiere, Umwelt, Gegenstände. «Der Picasso kommt erst zuletzt», meint Michael Bühler trocken und retten will gelernt sein:
Nicht für jedes Feuer braucht es gleich ein Feuerwehrauto oder den grossen Wasserschlauch, so der Kursleiter. Oft tun es bereits Kleinlöschgeräte, wie Feuerlöscher oder Löschdecken. In der Kerzenzeit braucht es Haushaltkehrbesen und Wasser, in der Küche Pfannendeckel. Bei Küchenbränden empfehlen die Fachleute zudem eine nachträgliche Kontrolle durch die Feuerwehr.
Erste Massnahme, wenn ein Elektrogerät brennt: Stecker raus, Sicherung raus. Elektronische Geräte allgemein, insbesondere aber günstige, nicht für die Schweiz zertifizierte Geräte bilden gemäss Feuerwehrfachleuten die grösste Brandgefahr. Michael Bühler warnt ausserdem davor, defekte Akkus für Mobiltelefone oder E-Bikes im Hausinnern oder gar neben dem Bett aufzuladen. Und weil er weiss, dass dies die meisten Menschen gleichwohl tun, rät er, die Geräte wenigstens mit dem Originalladekabel und nicht unbeaufsichtigt anzuschliessen.
Die drei Rechaudkerzen als Versuchsanordnung fürs Branddreieck am Ende des Theorieteils bilden die zwar überzeugende aber wenig spektakuläre Überleitung zum Praxisteil im Feuerwehrmagazin. Dort geht’s dann richtig zur Sache.
Eindrücklich aufgereiht in der Halle stehen Feuerlöscher in allen Grössen und Ausführungen bereit. Hofer Jürg demonstriert: Lasche ziehen, kräftig nach unten drücken und dann – wichtig – «Probesprutz» (ob auch wirklich was rauskommt) und los geht’s: Löschen immer von vorne nach hinten, mit dem Wind, bei tropfenden Bränden von oben, mit ausreichend Löschmittel und dann den leeren Löscher ablegen. Wem dies zu schnell geht, nimmt sich vor, zuhause den Feuerlöscher mit der aufgedruckten Gebrauchsanleitung und Brandklasse zu studieren.
Auf dem Vorplatz schlagen die Flammen schon meterhoch aus. Jetzt aber: Jacke ausgezogen, Feuerlöscher geschnappt, Lasche gezogen, kräftig gedrückt und Schuss! Jaa! Applaus. Ganz gut gemacht, loben Michael Bühler und Jürg Hofer. Doch es gibt immer etwas zu verbessern: «Probesprutz» gemacht? Mit Intervallen spritzen, sonst gibt’s unnötige Wasserschäden. Das Feuer von verschiedenen Seiten angreifen. Feuerlöscher nach dem Einsatz ablegen, damit alle wissen, der ist leer.
Dann die Löschdeckendemo: Hände einwickeln, gebückt angreifen, ohne Gefuchtel entschlossen drüberlegen, anziehen. Feuer erstickt.
Spraydosen im Feuer: knacken erst bedrohlich leise, platzen schliesslich mit eindrücklichem Donnerknall. Gut zu spüren und zu hören. Die sind gefährlich und gehören nicht in den Kehricht oder gar lose ins Auto, denn an der Sonne liegen gelassen, können sie beim Explodieren alle Scheiben rausjagen, weiss Jürg Hofer.
Schlussbouquet des Nachmittags ist der Fettbrand: Das Fett brutzelt bereits laut im Metallbehälter auf dem Vorplatz. Die Kursteilnehmer:innen weichen zurück, jetzt schlagen die Flammen hoch. Michael setzt ruhig den Deckel auf: Ende Feuer. Hofer Jürg aber zeigt, was mit brennendem Öl geschieht, wenn Wasser gespritzt wird: Feuersäule, Hitzewelle, Flammengewummer.
Spätestens hier ist allen klar: Da müssen die Profis ran. 118 oder 112 alarmieren, retten. Löschen überlassen sie dann den freiwilligen Feuerwehrleuten von Feuerwehr Steffisburg regio.