Am 29. April ist der Tag der Generationensolidarität. Er erinnert uns daran, wie wichtig der Austausch und das Miteinander zwischen Jung und Alt sind. Die folgende Geschichte von Jürg Krebs illustriert dies auf wunderbare Weise: Sie zeigt, wie ein einfacher Kuchen zur Brücke zwischen verschiedenen Generationen werden kann und passt daher perfekt zu diesem Tag.
Mittwoch, 29.04.2026
In Genua war es nicht leicht, einen Zug nach Sestri Levante zu finden. Wenigstens regnete es hier weniger, und wir erreichten unseren Minibungalow mit vier Stunden Verspätung doch noch. Es war bereits finster. Wir verspeisten unsere restlichen Sandwiches und verschwanden im Bett.
Am ersten Ferientag wollten wir die nähere Umgebung erkunden. Das war nicht so einfach, denn es hatte auch hier Gewitter gegeben. Braune Bäche flossen schnell ins Meer hinunter, alles war nass und die Luft kühl. Ans Schwimmen im Meer war nicht zu denken. Als wir zurückkehrten, sangen drei Kinder vom Nachbarhäuschen in unsere Richtung: «Kuhschweizer, Kuhschweizer …» und lachten. Wir liessen uns nicht verdriessen und lachten auch. Sie waren erstaunt und verstummten allmählich. Wir winkten und verschwanden im Häuschen.
Wir überlegten, wie wir mit den Kindern eine bessere Beziehung aufbauen könnten. Mit ihnen zu spielen versuchen? Oder singen? Sie waren ja offenbar gelangweilt. Ihnen ein kleines Geschenk machen? Oder eine Kombination? «Wo Kuchen ist, da ist auch Hoffnung», sagt Erika. Klar, wir laden sie ein, mit uns einen Kuchen zu backen und dann miteinander zu spielen. Wir könnten ja einen «Nidlechueche» vorschlagen – mit süssem Rahm aus Kuhmilch!
Als die Kinder am nächsten Tag draussen waren, gingen wir zu ihnen hin und sagten, wir würden sie gerne einladen, mit uns einen Kuh-Kuchen zu backen und zu essen. Sie kicherten. Die Älteste meinte, sie müssten zuerst die Eltern fragen. Wir stimmten zu. Die Mutter kam heraus und wir erklärten ihr unser Anliegen. Sie war wohl froh, wenn einmal jemand anderes auf die Kinder schaute, und stimmte zu. Um zwei Uhr trafen wir uns. Wir offerierten einen Sirup und backten dann gemeinsam den Kuchen. Ihre Scheu verschwand bald und wir hatten einen lustigen Nachmittag miteinander. Den Kuhkuchen genossen sie und brachten auch den Eltern noch ein Stück mit.
Am nächsten Tag wanderten wir zu zweit ins Nachbardorf, spielten aber am frühen Abend wieder am Strand mit den Kids. Als das Wetter wärmer wurde, schwammen wir auch gemeinsam, spielten mit Wasserbällen und mieteten einmal ein Ruderboot.
Wo Kuchen ist, da treffen sich Jung und Alt!