Montag, 17.08.2026
Die Demokratie lebt von Mitwirkung, doch die Beteiligung sinkt. Das Generationenforum von UND Generationentandem zeigte auf, wie Krisen, Gleichgültigkeit und fehlende Dialogkultur unsere Staatsform fordern – und welche innovativen Ansätze von Kinderbeteiligung bis zu Bevölkerungsräten frischen Wind bringen.
Die Demokratie steht unter Druck – weltweit und auch in der Schweiz. Doch wie steht es um unsere politische Mitbestimmung, und welche innovativen Wege braucht es, damit sie lebendig bleibt? Diesen Fragen ging das Generationenforum von UND Generationentandem unter dem Titel «Was stärkt unsere Demokratie?» nach. Auf dem Podium diskutierten Stimmen aus Lokaljournalismus, partizipativen Bevölkerungsräten und der Kinderbeteiligung.
Weltweite Entwicklungen zeigen Risse in der demokratischen Architektur. Der V-Dem-Index der Universität Göteborg verzeichnete erstmals seit Jahrzehnten, dass global gesehen mehr Menschen in autokratischen als in demokratischen Systemen leben. Gleichzeitig zelebrieren wir in der Schweiz mit vier Abstimmungssonntagen pro Jahr eine intensive Form der direkten Mitbestimmung.
Wo liegt also das Problem? Die Gäste des Podiums waren sich einig: Es mangelt oft an einer echten Dialogkultur. Statt echtem Zuhören dominieren polarisierende Debatten. Hinzu kommt eine schleichende Gleichgültigkeit – die Demokratie wird zu oft als selbstverständlicher Automatismus wahrgenommen, der nicht mehr aktiv gepflegt werden muss.
Deborah Berger vom Kinderbüro Basel machte deutlich, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist, sondern gelernt, gelebt und gepflegt werden muss.
Jürg Steiner, Mitgründer des Berner Online-Magazins Hauptstadt, gab Einblicke in einen Journalismus, der sich bewusst gegen den Klick-Kalkül traditioneller Medien stellt.
Katja Breitenmoser (Gründerin von E7 und Vorstandsmitglied von demoscan.ch) plädierte für den vermehrten Einsatz von gelosten Bevölkerungsräten (wie dem Jugendrat U24).
Am Ende des Abends stellte sich die Frage: Wie steht es um unseren persönlichen Beziehungsstatus zur Schweizer Demokratie?
Die einhellige Antwort der Runde: Gesettelt, stabil und mit Luft nach oben. Die Schweiz darf stolz auf ihre Institutionen sein, doch die Demokratie bleibt eine Dauerbaustelle. Sie verlangt nach Mut zu neuen Formaten, nach Räumen für echte Begegnung – und vor allem nach Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, anstatt sie als Selbstverständlichkeit hinzunehmen.