Freitag, 14.08.2026
Im Begegnungszentrum stehe ich – Heidi Bühler-Naef (73) – vor einem Schachtelturm, beschriftet mit «Fähnli». Elisabeth Meier (79) hebt den Deckel der obersten Schachtel und zeigt auf dicke Bündel dreieckiger Fähnli. Ich blicke Elisabeth ungläubig an und stammle: «In allen Schachteln Fähnli? Wieviele? Wann? Wie? Womit? Wer?»
Im März fanden sich Ursina, Magdalena und Elisabeth zusammen und überlegten, «man» könnte Fähnli fürs Generationenfestival herstellen. Pro Jahr so 200 Meter Schnur, verteilt auf drei Jahre.
Elisabeth denkt an die grossen Restposten Storenstoff, die sie noch von ihrer Zeit als Werklehrerin aufbewahrt; überlegt, wie sie an reissfeste Schnur kommt, freut sich, dass die Stoffmuster vorrangig orangefarben sind, und macht sich ans Werk: Schablone erstellen, zuschneiden mit Zickzackschere, Fähnli an die Schnur heften (immer mit kleinem Abstand), Nähmaschine einschalten und los geht’s: Pro Stunde rattern fortan 10 Meter Schnur mit Fähnli durch das Nähmaschinenfüsschen, portiönliweise, manchmal tagsüber, oft auch nachts, wenn Elisabeth nicht schlafen kann. Das konzentrierte Arbeiten, das Rattern, das Schnurgerade hat etwas Meditatives und lenkt Elisabeth ab. Weg sind körperliche Probleme, vergessen die Schmerzen.
Ursina und Magdalena überlassen die Arbeit gerne Elisabeth,
Nun steht sie hinter dem grossen Schachtelturm und strahlt: «Mir tut das so gut, etwas zu tun, was Sinn macht. Habe grosse Freude. Und die nächste Freude ist, alles UND Generationentandem zu schenken.»