«Guet Nacht am Sächsi!»

Mit der «Schönheit» wird ein grosses Geschäft gemacht. Überall wird kräftig nachgeholfen – gespart wird hier kaum. Was das mit dem Rentenalter 67 zu tun hat, weiss René Mathys.

René Mathys denkt über «Schönheit» nach. – Bild: Manuel Meister
René Mathys denkt über «Schönheit» nach. – Bild: Manuel Meister

René Mathys (63)

Das Eigenschaftswort «schön», aber auch sein Substantiv, «die Schönheit», dominieren nicht nur im sprachlichen, sondern auch im wirtschaftlichen Bereich – und auch mit dem «und» Schwerpunkt im Sommer.
Für die Schönheit werden unvorstellbare Summen umgesetzt, sei es zur Verschönerung von Menschen, Tieren, Gärten; überall wird tüchtig nachgeholfen – sparen scheint in diesem Bereich ein Fremdwort zu  sein. Wer nicht mehr mithalten kann, läuft Gefahr – gerade auch in der Wirtschaft – zum Outsider zu werden. «Unschöne» MitarbeiterInnen werden – das betrifft vor allem die ältere Generation – nicht selten benachteiligt. Als Beispiel nenne ich unsere Banken – bringt man die Falten nicht mehr weg, wird man oft vom Kunden- in den administrativen Bereich versetzt. Der Lohn wird nicht selten  nach unten angepasst. Die schönen Jungen können sich gar nicht vorstellen, wie schnell sie – nicht nur im Bankenbereich – in den «Genuss» einer solch unschönen Korrektur kommen könnten. Die meisten von uns dürfen eben nicht in Schönheit sterben!

Guet Nacht am Sächsi mit mire Gsüchti u bi däm Lärm!

Handkehrum sind die «Unschönen» plötzlich wieder gefragt, so etwa, wenn SeniorInnen – ein paar von ihnen sind bekanntlich nicht ganz arm – sich nicht gerne von einer Schönheit beraten lassen, welche ihr Grosskind sein könnte. Eine Bekannte von mir – sie ist über 80 – erzählte kürzlich, die schöne Kundenberaterin der Bank habe ihr einen Freieintritt für das Gurten-Festival angeboten, sie brauche am Abend vor dem zweiten Tag nicht nach Hause zu gehen, sondern könne in einem kleinen Zelt nächtigen. «Guet Nacht am Sächsi mit mire Gsüchti u bi däm Lärm!» Sie habe der Kundenberaterin gesagt, sie solle doch selber gehen und es geniessen. Das passiert sicher nicht, wenn die SeniorberaterIn selber schon etwas «hüftsteif» daherkommt. Fazit: Es benötigt alle Generationen in beinahe allen Bereichen – auch unsere Wirtschaft wird noch vermehrt darauf kommen, wenn die Jungen in Zukunft fehlen werden. Gegenwärtig spricht man jedoch wieder von Jugend-Arbeitslosigkeit – dieser gilt es absolut entgegenzuarbeiten. Eine volle Beschäftigung bis zum Alter 67 kann jedenfalls keine optimale Lösung zur Sicherung unserer 1. Säule, der AHV, sein. Das könnte bei einer ungünstigen Wirtschaftsentwicklung sowohl die Jungen als auch die SeniorInnen vor grosse Probleme stellen!


Mehr schönes von jüngerer Seite

Sarah Liebi. – Bild: Elias Rüegsegger
Sarah Liebi. – Bild: Elias Rüegsegger

Und was denkt eine jüngere Frau zum Thema Schönheit? Auch Sarah Liebi hat sich Gedanken über’s Schwerpunktthema gemacht.